KLASSEN und SEGMENTE

Für die Einteilung von PKW in Klassen gibt es keine verbindliche Norm. Jedes Land kann nach seinen eigenen Vorstellungen vorgehen. Am bekanntesten sind die Einteilungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (Segmente), des US-Marktes und der EU-Kommission. Traditionell spielen die Abmessungen (Größe) eines Fahrzeuges eine maßgebliche Rolle, vor allem die Länge.


Die Vorstellungen darüber, was beim Automobil groß bzw. klein ist, sind dem Wandel unterworfen. Auf dem deutschen Automobilmarkt existiert bereits seit Jahren ein Trend zu in Länge, Breite und Höhe größeren Fahrzeugen. Erleichtert wurde diese Entwicklung mit der Einführung des modularen Baukastens. Zum Beispiel liegen die Abmessungen des aktuellen VW Polo über denen des ursprünglichen VW Golf. Die Kompaktklasse ist inzwischen bis auf 4,45 m gewachsen. Eine rasante Entwicklung genommen haben insbesondere die Fahrzeuge der Mittelklasse. So sind einige Kompaktwagen in die Mittelklasse hineingewachsen. Die großen Limousinen , wie z. B. Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse, zählen heute zur Oberklasse, sogar der Opel Insigna und der VW Arteon. Die großen Limousinen der Oberklasse sind zwar kaum in der Länge, dafür umso mehr in der Breite gewachsen, was das Einparken in älteren Parkhäusern nicht gerade einfach macht. Da die Größenunterschiede dieser recht teuren Luxusmodelle,  z. B. des Audi A8, zu den neuen Modellen der Oberklasse deutlich geschrumpft sind, spielt für die Einordnung folglich nicht mehr die Länge, sondern der Preis des Fahrzeugs die entscheidende Rolle. Diese Fahrzeuge gehören heute zur neuen Luxusklasse.


Eine Klassifizierung war so lange problemlos, als es nur um Limousinen und Kombis ging. Mit dem Auftritt neuer Karosserievarianten - zunächst Sportwagen bzw. Cabriolet und in jüngster Zeit Van, SUV und Crossover - wurde die Einordnung schwierig. Das KBA löste das Problem, indem es die Karosserievarianten Sportwagen & Co. zu einer eigenen Klasse (heißt beim KBA Segment) erklärte und die Fahrzeugklassen von 6 auf insgesamt 12 verdoppelte. Mit Wohnmobil und Sonstigen wären es sogar 14 Klassen.


Hier ein Vergleich der Klassifizierung nach KBA und "Automobilmarkt Deutschland":

Segmente

nach

KBA

Beispiele
KBA

Fahrzeugklassen

nach

Automobilmarkt Deutschland

Beispiele am
VW-Konzern

Minis

Fiat 500

Kleinstwagen

VW up!

Kleinwagen

VW Polo

Kleinwagen

VW Polo

Kompaktklasse

VW Golf

Kompaktklasse

VW Golf

Mittelklasse

VW Passat

Mittelklasse

Audi A3 Limousine

Obere Mittelklasse

Audi A6

Obere Mittelklasse

VW Passat

Oberklasse

BMW 7er

Oberklasse

Audi A6



Luxusklasse

Audi A8

SUVs

VW T-Roc



Geländewagen

VW Tiguan



Sportwagen

Porsche 911



Mini-Vans

Mercedes B-Klasse



Großraum-Vans

VW Touran



Utilities

VW Transporter



Wohnmobile

Fiat Ducato





Fahrzeugklassen nach Automobilmarkt Deutschland


Bei "Automobilmarkt Deutschland" erfolgt die Klassifizierung aller Autos grundsätzlich nach der Fahrzeuglänge. Somit kann formal eine Veränderung der Fahrzeuglänge um einen einzigen Zentimeter das betreffende Auto in eine höhere bzw. niedrigere Fahrzeugklasse befördern. Dies gilt so aber nicht für eine Betrachtung hinsichtlich des Wettbewerbs zwischen den Modellen. Von dem Prinzip Fahrzeuglänge wird allerdings beim Coupé/Cabriolet und bei Luxusautos abgewichen, da hier nicht die Abmessungen, sondern der Grundmodellpreis die entscheidende Rolle spielt.


Kleinstklasse 

In dieser Klasse findet man auschließlich die Kombilimousine, also Kleistwagen. Die Nachfrage nach, aber vor allem auch das Angebot von Kleinstwagen ist in jüngster Zeit sehr stark zurückgegangen. Die ständig erhöten Anforderungen an die Technik durch den Umweltschutz hat diese Klasse unverhältnismäßig hart getroffen. Die Hersteller bieten entweder kein Kleinstwagen mehr an oder lediglich als E-Autos.


Kleinklasse 

Auch für diese Klasse typisch ist die kombihafte Karosserie. Das SUV wird in diesem recht kompakten Segment immer beliebter. 


Kompaktklasse 

Hinsichtlich der Fahrzeuglänge ist die Kompaktklasse in Bewegung geraten. Bei dem anhaltenden Trend zur Modellvergrößerung wurde der Segmentführer VW Golf geradezu abgehängt. Trotz der stetigen Verlängerung seiner Karosserie von ursprünglich 3,71 m auf heute 4,26 m ist der Golf einer der Kleinsten in seiner Klasse.


Mittelklasse 

Dagegen befinden sich einige Konkurrenten wegen ihrer Fahrzeuglängen bereits in der Mittelklasse. Diese Wagen wirken mit ihrem eher fließenden Heck gar nicht mehr wie Kombilimousinen, sondern sind zumeist sportlich gestreckt und erinnern eher an ein Sportcoupé. Kombis in diesem Bereich sind zumeist Aufsteiger auf Basis einer Kombilimousine aus der Kompaktklasse.


Obere Mittelklasse 

Hier sind Limousinen mit einem schrägen bzw. fließendem Heck (Fastback) in der Regel 5-Türer. Viele Hersteller bieten in der Mittelklasse sportliche, eher kompakte und in der Oberen Mittelklasse sehr geräumige, familientaugliche Limousinen bzw. Kombis an.


Oberklasse 
In der  Oberklasse wird die Luft für Anbieter recht dünn und die Einordnung der hochwertigen und zum Teil sehr teuren Fahrzeuge ist recht schwer. Die Einordnung des Kleinbusses als Variante des Van in die Oberklasse ist zum Teil problematisch, aber vertretbar.


Luxusklasse 

Die Luxusklasse ist typisch für die klassische Stufenheck-Limousine und das Eldorado für klotzige Sportwagen.



Die formale Trennung nach Klassen taugt nicht für eine Wettbewerbsbetrachtung. Ein direkter Wettbewerb ist auch zwischen Autos möglich, die zwar unterschiedlichen Klassen angehören, aber in der Länge tatsächlich nur wenige cm auseinander liegen. Auch der Fahrzeugpreis spielt beim Wettbewerb eine Rolle. Die schon frühe Erkenntnis in der Automobilindustrie, dass nicht die Abmessungen eines Automobils  seinen Preis bestimmen, sondern die Art und der Umfang der eingebauten Technik, wird heute besonders deutlich. Inzwischen bieten die Hersteller neueste und feinste Technik, die vor wenigen Jahren noch den Oberklassemodellen vorbehalten war, selbst in Kleinwagen an. Deshalb ist es nicht verwunderlich, wenn ein sehr umfangreich ausgestattetes und technisch hochwertiges kompaktes Auto einen ähnlich hohen Preis hat, wie eine deutlich größere, aber sparsamer ausgestattete Limousine der Mittelklasse. Umgekehrt muss ein im Radstand verlängerte Variante nicht zwangsläufig sehr viel teurer kalkuliert werden. Paradebespiel hierfür sind die gestreckten Vans und SUVs mit dem Zusatz Maxi, Grand, usw. Sowohl für den Kunden als auch für die Marketingstrategen der Hersteller, aber auch für die Autojournalisten wird es immer schwieriger, den Bereich der direkten Konkurrenten eines Fahrzeuges einzugrenzen. Dies führt manchmal zu verwunderlichen Vergleichstests in den Automobilzeitschriften.



Karossen

Das Straßenbild in Deutschland ist geprägt durch Autos mit Steil- bzw. Schrägheck und großer Heckklappe (hatchback). Die klassische Limousine mit dem eleganten, aber eher unpraktischen Stufenheck (notchback sedan) ist deutlich in der Minderheit und beschränkt sich vor allem auf die Mittel-, Ober- und Luxusklasse. Als Alternative dazu und zur Betonung von Sportlichkeit wird die Limousine immer häufiger mit Fließheck (fastback) und evtl. großer Heckklappe angeboten. Inzwischen ist zum Trend praktische große Heckklappe der Wunsch des Kunden nach mehr Bequemlichkeit (höhere Sitzposition) und Nutzwert (geräumiger Innenraum) hinzugekommen. Dieser Trend hat die Neigung nach sportlichen, also windschnittigen, flachen Karosserien zurückgedrängt. Den dadurch zwangsläufig höheren Benzinverbrauch versuchen die Hersteller durch ein Downsizing bei den Motoren bzw. durch den vermehrten Einsatz von Hybrid-Motoren auszugleichen. Die Hersteller haben sich dem neuen Trend schnell angepasst und erfinden durch Veränderung der Aufbauten bzw. deren Kombinationen ständig neue Segmente und Bezeichnungen (Crosssover, Sportlimousine, Shooting Brake, SUV-Coupé, SUV-Cabriolet).


Für das KBA spielen die Abmessungen  in den neuen Segmenten  keine Rolle. Lediglich bei den Vans unterscheidet das KBA zwischen Mini-Vans und Großraum-Vans. Eine Klassifizierung ist jedoch nicht für die Ewigkeit in Stein gemeißelt. Sie ist eher ein Prozess, der sich den Änderungen auf dem Automobilmarkt ständig anpasst. Eigene Segmente für neue Karosserievarianten machen aber nur so lange Sinn, wie deren Verkaufszahlen bescheiden sind.


"Automobilmarkt Deutschland" unterteilt die Fahrzeuge hinsichtlich ihres Aufbaus in die fünf Karosserievarianten


  • Limousine (sedan)
  • Kombi (hatchback)
  • SUV
  • Van
  • Coupé
  • Cabriolet (convertible)

Anders als bei den Fahrzeugklassen ist die  Zuordnung von Fahrzeugen zu Karosserievarianten relativ eindeutig. "Automobilmarkt Deutschland" berücksichtigt den anhaltenden Verkaufsboom von SUV und Van und verteilt alle fünf Karosserievarianten auf die sechs Fahrzeugklassen.


Der in den USA ausgesprochen beliebte Pick-up ist auf dem deutschen Markt hinsichtlich Angebot und Absatz noch ein absoluter Exot und wurde in die Betrachtung folglich nicht aufgenommen. Dies könnte sich aber mittelfristig ändern, da viele Trends aus den USA auch bei uns meist mit Verzögerung ankommen.


Limousine (sedan)

Die Kombilimousine ist die typische Limousine der Kleinst-, Klein- und auch Subkompaktklasse. Sie ist gekennzeichnet durch eine kompakte Bauweise und dem steilen, kombihaften Heck mit der praktischen Heckklappe (Hatchback), die häufig als zusätzliche Tür gerechnet wird. Mit dem Nachfrageboom nach SUVs und dem gleichzeitigen Rückgang der Nachfrage nach Vans, werden  kleine und kompakte Kombilimousinen immer öfter mit einer deutlich größeren Fahrzeughöhe angeboten, um dem Wunsch der Kunden nach einem besseren Raumgfühl zu entsprechen,. Kombilimousinen werden oft mit lediglich 2 Türen angeboten, ohne dadurch zum Coupé zu werden. Der Trend geht aber eindeutig zur viertürigen Kombilimousine. In Deutschland gehört die Kombilimousine zu den beliebtesten Fahrzeugen. In der Subkompaktklasse dient die Kombilimousine immer öfter als Basis für die in den Abmessungen deutlich größeren Stufenhecklimousine. 


Stufenhecklimousine (Notchback) bzw. Fließhecklimousine (Fastback) sind typisch für die oberen Klassen. Die immer beliebter werdende Fließhecklimousine steht für dynamische bzw. für praktische Sportlichkeit (große Heckklappe). Zum Teil werden niedrige Fließhecklimousinen von den Herstellern auch als viertürige Coupés (Mercedes CLS Coupé) bzw. zutreffender als Sportlimousinen bezeichnet (Audi A7 Sportback).


Mit dem Aufkommen des Shooting Brake von Mercedes wurde die Hemmschwelle überwunden, bei teuren Autos Nutzwert anzubieten. Fälschlicher Weise wird der Shooting Brake gerne als supersportliches Kombi bezeichnet. Die Idee des Shooting Brake stammt ursprünglich aus Großbritannien und sollte das beliebte Coupé familientauglich machen. Folglich hatte der Shooting Brake dort auch nur zwei Türen. Vermutlich hatte der VW Scirocco das Konzept Shooting Brake zum Vorbild. Der Shooting Brake von Mercedes hat jedoch vier Türen, da auch der CLA als sein Basiscoupé ebenfalls vier Türen hat. Eine Unterscheidung zwischen einem coupéhaft gestylten Kombi  (wie z. B. dem Audi Avant bzw. dem Opel Sports Tourer) und dem Shooting Brake (Porsche Panamera Sport Turismo) ist nicht einfach. Dennoch, der Shooting Brake ist in seiner betonten Sportlichkeit der 5-türigen Fließhecklimousine sehr viel näher als dem in erster Linie nutzwertorientierten Kombi.


Kombi (hatchback)

Der Kombi ist die praktische und familienfreundliche  Variante der Limousine mit großem, hohen Laderaum. Das Stufenheck der Limousine wird lediglich duch ein Steilheck ersetzt, ohne die Abmessungen des Fahrzeugs zu verändern. Seinen Namen leitet das Kombi ab von Nutzfahrzeugen, die sowohl Personen als auch Lasten transportieren konnten (Kombinationsfahrzeug). Zielgruppe waren vorwiegend Handwerker und Kleingewerbetriebende. Dieses Image verhinderte für lange Zeit das Angebot von Kombis in den oberen Fahrzeugklassen.


Die Mittelklasse ist das Revier des Kombis. In den kleinen Klassen macht das Kombi wenig Sinn. Die in Deutschland übliche Bezeichnung Kombi wird von den Premiumherstellern - wahrscheinlich aus Imagegründen - gerne vermieden.


SUV (Sport-Utility-Vehicle)

Der Gewinner auf dem deutschen Automobilmarkt ist das SUV. In der monatlichen Neuzulassungsstatistik August 2019 des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) rangiert das SUV erstmal auf Rang 1 vor der Kompaktklasse. Der Segmentführer VW Tiguan ist inzwischen bei VW und sogar auf dem Deutschen Automobilmarkt die Nr. 2 nach dem VW Golf. Da nahezu jeder Hersteller auf den Erfolgszug aufspringt, ist das Angebot an SUVs überproportional groß. Das ursprünglich vom Geländewagen (Offroader) abgeleitete SUV (Sport-Utility-Vehicle) hat quasi als Reminiszenz sehr oft serienmäßig Allradantrieb, ein hoch gestelltes Fahrwerk mit einer komfortablen erhöhten Sitzposition sowie eine praktische große Heckklappe. Im Gegensatz zum Offroader ist das SUV in der Geländetauglichkeit zumeist eingeschränkt. Dafür erfüllt es alle Ansprüche an einen PKW, ist emotional gestylt, elegant, ja im HInblick auf die Motorisierung zum Teil richtig sportlich. Die große Überrachung des SUV-Booms ist, dass der Käufer eines SUV den Mehrpreis für die noch vorhandene Geländetauglichkeit und das Mehr an Unterhaltskosten gegenüber einem herkömmlichen PKW akzeptiert, obwohl er ausschließlich in der Stadt bzw. auf Asphalt unterwegs ist. PKWs im SUV-Look, also Serienmodelle mit einer an den SUV angelehnte Ausstattung und einem eventuell höher gelegten Fahrwerk (z. B. VW Cross up!, Fiat Panda Cross, Fiesta Active) rechnet "Automobilmarkt Deutschland" nicht zu den SUVs.


Seit dem Erscheinen des SUV sind in Deutschland die Verkaufszahlen der reinen Geländewagen rückläufig. Als Zielgruppe des Geländewagens übrig geblieben sind vorwiegend Jäger und Förster bzw. Bewohner von Gebirgsregionen. Folglich ist das aktuelle Angebot an Modellen nicht allzu groß. Orientiert man sich an der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) kommt man leicht durcheinander, denn das KBA betrachtet den Geländewagen als eine eigene Fahrzeugklasse und unterscheidet fein säuberlich zwischen SUV und Geländewagen. Die Kriterien des KBA führen allerdings zu merkwürdigen Ergebnissen. So gehören danach der VW Tiguan und der elegante Q3 von Audi zu den Geländewagen und der rustikale Lada Niva zu den SUVs.


Das attraktive SUV dient inzwischen als Basis für vielerlei Kreuzungen, Crossover-SUV bzw. CUV (Crossover-Utility-Vehicle) genannt. Der CUV entfernt sich immer weiter von seinem Ursprung dem Offroader und geht im Design in Richtung Sportlichkeit. Aus dem Steilheck wird ein Schrägheck bzw. sogar ein Fließheck und schon hat man ein zusätzliches Coupé im Sortiment. Vorreiter für diese Marktidee sind die Marken BMW mit den Modellen X4 und X6 und Mercedes mit den Modellen GLC Coupé und GLE Coupé. Ab 2019 wird es auch vom Segmentführer VW Tiguan eine Coupé-Version geben. Ähnlich wie bei beim Coupé gegenüber seiner Limousine ist das SUV-Coupé im Preis teurer. Ein gutes Geschäft für die Hersteller. Da VW inzwischen ein Cabrio im Portfolio fehlt, will die Marke im Jahre 2020 noch einen Schritt weiter gehen und  seinen T-Roc als Cabriolet anbieten.


Van

Der Van (verkürzt aus dem amerikanischen Caravan) ist ein Großraumfahrzeug mit einer erhöhten Sitzposition und einer großen Heckklappe. Inzwischen hat sich in Deutschland das Raumkonzept des Vans von der Idee seines Ursprungslandes den USA deutlich abgesetzt und sich sogar in der Kompaktklasse etabliert. Als Van gelten Fahrzeuge ab einer Mindesthöhe von 1,60 m.  Der große Boom des Van scheint jedoch inzwischen beendet zu sein. Manche Hersteller ersetzten bereits den Van durch das SUV. Auch mit dem Erscheinen der neuen, hohen E-Limousinen wird sich dieser Trend nicht wenden. Durch die Abdeckung der Wagenbodens mit Batterien wird die Karosserie zwangsweise angehoben.


Der Hochdachvan, zumeist als Hochdachkombi bezeichnet, wurde aus dem Nutzfahrzeugbereich (Kastenwagen) entwickelt. Es ist ein dem Fahrkomfort und baulich den Bedürfnissen der PKW-Kunden angepasster Transporter. Auf den ersten Blick scheint sich der Hochdachvan vom einfachen Van kaum zu unterscheiden. Bei genauerem Hinsehen wird aber deutlich, dass dieses Fahrzeug seinen Namen zu Recht trägt. Der Hochdachvan beginnt erst bei stattlichen 1,75 m Höhe. Außerdem hat der Hochdachvan im Heck oft zwei Flügeltüren und hinten seitliche Schiebetüren. Den Nutzfahrzeugsektor kann und will der Hochdachvan nicht verleugnen. Es ist ein sehr preiswertes, praktisches Familienauto.


Kleinbusse haben als Basis einen Transporter und sind auf PKW-Bedürfnisse angepasste Nutzfahrzeuge mit mindestens drei Sitzreihen und 9 Sitzplätzen bei einer Fahrzeuglänge ab 4,85 m und einer Höhe von ca. 1,90 m. Der Kleinbus ist in gewisser Weise eine Klasse für sich. Eine Einordnung des Kleinbusses in die Oberklasse ist zwar problematisch, aber wegen seiner riesigen Abmessungen vertretbar.


Coupé

Ursprünglich war das Coupé ein "abgeschnittener" Zweisitzer, also nach heutigem Verständnis ein Sportwagen. Dies ist ein Grund dafür, dass die meisten Hersteller  geschlossene Sportwagen immer noch als Coupé bezeichnen. Denn bis heute gibt es für den Sportwagen keine allgemeingültige Definition. Nach Ansicht von "Automobilmarkt Deutschland" ist der Sportwagen ein eigenständiges Auto mit lediglich zwei Sitzgelegenheiten und maximal einer sitzähnlichen Ablage hinter den beiden Sitzen. Bei seinem sportlichen Design (Fastback) spielen Komfort und Nutzwert keine Rolle. Im Vordergrund steht die Möglichkeit, aufgrund der gebotenen besonderen Leistung und höchster Technik sportlich fahren zu können. Dieser Anspruch rückt den Sportwagen ganz dicht an den Rennwagen. Die tatsächliche Anzahl an Sportwagen auf dem deutschen Markt ist deutlich höher als die hier aufgezeigten Modelle, da es das Lieblingsobjekt von vielen Nischenanbietern ist.


Mit der Zeit wurde der Begriff Coupé weiter ausgeweitet. Heute sind Coupés sportlich gestylte, zweitürige Limousinen mit stufigem oder fließendem Heck. Zumeist sind sie gegenüber der Limousine verkürzt und flacher gestaltet, bieten aber dennoch Platz für vier Personen. Inzwischen bieten immer mehr Hersteller viertürige Coupés, sogar auf Basis eines SUV, an, was eigentlich ein Widerspruch ist, denn ein Hauptmerkmal des Coupés ist nun einmal die Beschränkung auf nur zwei Türen. Diese Fahrzeuge sind imgrunde sportliche gestylte Limousinen. Das klassische zweitürige Coupé kommt leider immer mehr aus der Mode. Anscheinend ist der Kunde nicht mehr bereit, für nur zwei Türen sehr viel mehr Geld auszugeben.


Eine Sonderform des Coupés ist das Sportcoupé (z. B. VW Scirocco). Obwohl dieses Fahrzeug von vornherein als ein von einer Limousine abgeleitetes, besonders sportliches Coupé konzipiert wurde, besitzt es dennoch eine eigenständige Karosserie. Die Abgrenzung zum Sportwagen ist daher manchmal schwierig. Im Innenraum des Sportcoupés ist es bei 2+2 bzw. 4 Sitzen deutlich beengter als im Coupé, aber sehr viel komfortabler als im reinen Sportwagen. Die hinteren Sitze sind allerdings eher Notsitze und nur für Kinder geeignet. Wegen der oftmals zusätzlichen praktischen großen Heckklappe besitzt das Sportcoupé eine gewisse Familientauglichkeit. Inzwischen hat VW den Scirocco wegen zu geringer Nachfrage aus dem Programm genommen. Die viertürigen Coupés haben das urspünglich so attraktive Konzept Sportcoupé überflüssig gemacht.


Cabriolet (convertible)

Das Cabriolet ist ein offenes Coupé oder auch lediglich eine offene Limousine mit einem Stoff- bzw. Metallverdeck. Ähnlich wie beim Coupé kommt auch beim Cabriolet der Viertürer in Mode. Einen offenen Sportwagen bezeichnet man als Roadster. Als einziger Hersteller bietet zurzeit Land Rover seinen SUV Range Rover Evoque als Cabriolet an. Nachahmer werden nicht lange auf sich warten lassen. VW hat bereits den Bau eines Cabriolets auf Basis des neuen CUV T-Roc für das Jahr 2020 angekündigt. Manche Hersteller bieten fälschlicherweise insbesondere kleine Fahrzeuge mit einem langen Faltdach bei nicht versenkbarer B- und C-Säule (Fiat 500C Cabriolet, Smart Fortwo Cabriolet, DS 3 Cabriolet) ebenfalls als Cabriolet an. Um Klarheit zu schaffen, folgt "Automobilmarkt Deutschland" in diesen seltenen Fällen nicht der Vorgabe der Hersteller. Noch stärker als beim Coupé ist das Cabriolet das Objekt der Begierde von absoluten Fans, aber leider wegen der aufwendigen Änderungen im Blech auch sehr viel teurer. Nicht das Interesse, aber die Nachfrage nach Cabrios geht seit Jahren kontinuierlich zurück. VW hat inzwischen nur noch den neuen T-Roc Cabriolet als Angebot in seinem Portfolio.


Genau wie bei den Luxuslimousinen spielen beim Coupé und Cabriolet der Preis des Grundmodells und nicht die Fahrzeuglänge die entscheidende Rolle für eine Einteilung in die Fahrzeugklassen, ist aber letztlich angesichts manch eingebauter Motoren bzw. der tatsächlichen Fahrzeuglänge eine Abwägungssache.


Werden die Fahrzeugklassen mit den Karosserievarianten kombiniert (Matrix), entstehen formal 32 Marktsegmente, von denen zurzeit aber nur 26 besetzt sind.


Marktsegmente

Anzahl der Autos

Fahrzeug-länge

m

Limousine

Kombi

SUV

Van

Preis des

Grund-modells


Coupé

Cabrio

Summe

Kleinst-wagen

bis

3,90

16

0

 0

Kleinst-wagen

0

16

Kleinwagen

über

3,90

bis

4,20

22

12

 0

Kleinwagen

 0

34

Kompakt-klasse

über

4,20

bis

4,45

20

36

14

Kompakt-klasse

bis

35.000

4

74

Mittel-klasse

über 

4,45

bis

4,65

19

14

6

Mittel-klasse

über

35.000

bis

50.000

16

55

Obere MK

über

4,65

bis

4,85

38

34

6

Obere MK

über

50.000

bis

65.000

8

86

Oberklasse

über

4,85

24

15

14

Oberklasse

über

65.000

bis

80.000

2

55

Luxus-klasse

über

80.000 €

9

6

0

Luxus-klasse

über

80.000

13

28

Summe

148

117

40

Summe

43

348



Antriebe

Durch das verstärkte Aufkommen der Elektroautos ist ein neues Marktsegment entstanden. Die Möglichkeiten der neu entwickelten, reinen Elektroautos hinsichtlich des Raumangebots auf kleiner Fläche machen diese Fahrzeuge einzigartig und verbieten eigentlich eine Eingliederung in die üblichen Fahrzeugklassen. Der neue VW I.D.3 z.B. hat die Außenabmessungen eines VW Golf, besitzt aber einen mit dem VW Passat vergleichbaren Innenraum. Ist dieses Fahrzeug nun ein Kompaktwagen oder eher eine Mittelklasselimousine? Nach heutigen Maßstäben aufgrund seiner Außenabmessungen eindeutig ein Kompaktwagen. Damit wird man jedoch diesem Auto nicht gerecht.


Das Herzstück des E-Autos ist die Batterie. Deren Kapazität ist maßgeblich für Leistung und Reichweite des E-Autos. Technisch lassen sich die E-Autos in folgende 5 Batterie-Stufen unterteilen:


Batterie-Stufe

Kapazität

1

bis 25 kWh

2

über 25 - 50 kWh

3

über 50 - 75 kWh

4

über 75 - 100 kWh

5

über 100 kWh


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