WASSERSTOFFAUTOS (FCEV)

Eine winzige Nebenrolle bei der Elektrifizierung des Automobils spielt das Wasserstoffauto (Fuel Cell Electric Vehicle=FCEV). Bei der bisher geringen Anzahl verkaufter Fahrzeuge ist es nicht verwunderlich, dass es für Wasserstoff kaum Auftankmöglichkeiten gibt. Ein Umstand, der die Kaufabsichten nicht gerade beflügelt. Sollte es in absehbarer Zeit nicht gelingen, für die Elektroautos geeignete Akkus und eine Infrastruktur an Aufladestationen bereitzustellen, könnte dies für das Brennstoffzellenauto eine Riesenchance sein. Allerdings kann keiner in die Zukunft schauen. Die Hersteller, die bereits in die Technologie Wasserstoff massiv investiert haben, werden jedenfalls so schnell ihre Option nicht aufgeben.


Wasserstoffautos  haben ähnlich dem Hybridauto eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor. Wie Autos mit Verbrennungsmotoren besitzen sie einen Tank (Wasserstofftank) und einen Motor (Elektromotor). Zusätzlich benötigen sie jedoch eine Vorrichtung (Brennstoffzelle = Fuel Cell Block), die  den zugeführten Brennstoff mit Hilfe einer chemischen Reaktion in elektrische Energie umwandelt (Inverter) und somit den Elektromotor antreibt bzw. vorrübergehend den Akku auflädt. Weil dieses Auto durch die eingebaute Brennstoffzelle in der Lage ist, seinen Strom selbst zu produzieren, wird es deshalb auch häufig Brenstoffzellenauto genannt. Das  Wasserstoffauto ist frei von schädlichen Abgasen und emittiert lediglich Wasserdampf. Wasserstoff könnte  problemlos umweltschonend mit Hilfe von Wind, Wasser und Sonne hergestellt und an die Tankstellen transportiert werden. Das Problem der Speicherung und des Transports von Strom ist dagegen noch nicht befriedigend gelöst. Weitere Vorteile des Wasserstoffautos gegenüber dem Elektroauto liegen in der mit einem herkömmlichen Auto vergleichbar hohen Reichweite und einer ebenso schnellen Betankung. Ein Hindernis ist allerdings der durch die aufwendige Technik begründete hohe Fahrzeugpreis sowie das Fehlen eines flächendeckenden Tankstellennetzes, das in Deutschland erst aufgebaut werden müsste. Sollte sich aber ein rascher Wegfall des Angebots an Diesel abzeichnen, stünde das Wasserstoff an der Tankstelle ohne allzu großen Aufwand als Ersatz zur Verfügung. Der Autohersteller Daimler AG und der Gas- und Technologie-Konzern Linde AG wollen diese Aufgabe dann rasch umsetzen. Davon unabhängig soll bis Ende 2019 das H2-Tankstellennetz auf 100 Stationen anwachsen. Bis 2023 soll ein Netz von bis zu 400 Wasserstofftankstellen entstehen. Bei einer zukünftig entsprechend großen Nachfrage und Massenproduktion, wäre dann auch ein für ein solch technisch aufwendiges Produkt annehmbarer Preis möglich. Einen entscheidenden systemischen Nachteil haben Wasserstoffautos, leider. Die elektrische Energie stammt nicht direkt aus der Autobatterie, sondern wird über den Umweg der Verbrennung von Wasserstoff geschaffen. Das bedeutet, dass ein Wasserstoffauto immer weniger energieeffizient sein wird als ein E-Auto, weil es eben noch einen Zwischenschritt braucht.


Unter den beschriebenen Umständen hat das Wasserstoffauto als Löser des Problems "Auto der Zukunft" im Moment kaum eine Chance. Es geht aber nach meiner Meinung nicht um das „Entweder-oder“, die Lösung ist das „Und“. Bei großen, teuren PKWs und insbesondere bei LKWs, Eisenbahnen und Schiffen wäre die Brennstoffzelle - im Gegensatz zum reinen E-Motor – wirtschaftlich und gut zu handhaben. Eine pfiffige Idee für die erweiterte Verwendung der Brennstoffzelle scheint die Firma Bosch zu haben. Der schwäbische Elektroriese und Autozulieferer arbeitet an der Entwicklung stationärer Brennstoffzellen, die in dezentralen Kraftwerken in Städten, Fabriken, Rechenzentren, usw. und beim Betreiben von Ladesäulen für E-Autos zum Einsatz kommen.  

 


Bild-Quellen: Hyundai Motor Deutschland GmbH, Daimler AG, Toyota Deutschland GmbH

 



 


 






 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 









 

 


Die Marke von 400.000 Aufrufe überschritten!!!!




Gerald Balser

Gerald Balser

Oktober 2016


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