Automobile Vision 2030

Gerald Balser, 6. Februar 2019

 

Die kommende IAA in Frankfurt am Main im September dürfte besonders interessant werden. Vor zwei Jahren wollte sie bereits einen Einblick in die automobile Zukunft geben. Die war aber zu diesem Zeitpunkt noch eher wage und die Beispiele noch sehr zaghaft. Heute haben wir Gewissheit. Die Zukunft des Autos wird elektrisch und digital sein. Auf der IAA 2019 wird dieses Thema mit großer Sicherheit im Fokus stehen. Das klassische Auto mit Verbrennungsmotor könnte dort bereits seinen Glanz verloren haben. Alle Hersteller werden sich gegenseitig mit der Anzahl serienreifer Elektroautos und autonom fahrender Conceptcars überbieten.  

 

Aber was wird aus VW Golf & Co? Wird 2030 der Golf, ähnlich wie der Käfer nur noch Geschichte sein? Wird eine Technik auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung ohne eigentliche Not tatsächlich abgeschafft? Der Verbrennungsmotor hatte es endlich geschafft. Dank eines großen technischen Aufwandes verbrauchen Neufahrzeuge extrem wenig Sprit und stoßen Emissionen nur noch in homöopathischen Mengen aus. Die Entwicklungskosten für das Elektroauto als Massenprodukt sind exorbitant. Die Hersteller von Automobilen müssen sich entscheiden. Beides geht auf Dauer nicht. Und da muss man kein Prophet sein, vorauszusagen, wohin die Reise geht. Viele Märkte haben sich schon politisch festgelegt und gegen diesen Strom zu schwimmen ist chancenlos. In der Anschaffung billiger wird das Elektroauto jedenfalls zunächst einmal nicht. Dafür sorgen die teuren und schweren Batterien. Aber hält das Elektroauto in Massen, was es als Ausnahme verspricht oder führt der VW I.D. geradewegs in die Sackgasse?

 

Digital braucht nicht zwingend ein Elektroauto. Dies geht bereits heute mit dem Verbrennungsmotor. Den meisten Autofahrern ist gar nicht bewusst, dass der Prozess „automatisiertes Fahren“ aufgrund der zahlreichen Assistenzsysteme in unseren Autos bereits begonnen hat. Allerdings bis zur höchsten Stufe (Level 5), dem Fahren ohne Lenkrad und Pedalerie, ist es aus heutiger Sicht noch weit, nicht technisch, aber rechtlich und hinsichtlich der Akzeptanz. Dabei haben wir angesichts der unendlich vielen Unfälle mit Verletzten und Verkehrstoten auf unseren Autobahnen und Straßen keine Zeit zu verlieren.

 

Wie aber wird es 2030 tatsächlich auf unseren Straßen aussehen? Elf Jahre Entwicklungsarbeit ist beim Auto heutzutage eine Ewigkeit. Die Probleme mit den Akkus werden gelöst und die Elektroautos dadurch sehr viel billiger sein, sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt. Autos mit Verbrennungsmotor sind zwar noch nicht ganz verschwunden, fristen aber ein Nischendasein. Natürlich können alle neuen Fahrzeuge, einschließlich LKW autonom fahren, in den Städten und auf den Landstraßen bereits als Standard. Die Vorbereitung des autonomen Fahrens auf unseren Autobahnen steht kurz vor dem Abschluss, ein Tempolimit ist eingeführt. Dieser Prozess hat bereits das Verhältnis des Fahrers zu seinem Fortbewegungsmittel deutlich versachlicht. Das Auto hat seine Faszination als Statussymbol bzw. als sportliches Vorzeigeobjekt eingebüßt. Die Angabe von Höchstgeschwindigkeit ist bei einem notwendigen, dem Verkehrsfluss angepassten, geräuschlosen Cruisen auf der Autobahn auch ohne Belang. Der Schwerpunkt der eingebauten Technik hat sich in Richtung Sicherheit und Komfort verändert. Besitzerstolz ist Gebrauchsrationalität gewichen. Auch beim Auto hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass man hochwertige, teure technische Produkte, die sich sehr schnell entwickeln oder anders gesagt, die sehr schnell technisch veralten, nicht kauft, sondern besser mietet. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass das gemietete Auto in meiner Garage stehen muss, wenn man per Smartphone das gemietete Auto vor die Haustür holt, das Fahrtziel eingibt und startet. Da sich auf diese Weise im Grunde mehrere Personen ein Auto teilen können, sind die Standzeiten sehr viel kürzer und somit die Auslastung deutlich höher. Ein echter Sparfaktor.

 

Die Hoffnung mancher, dass mit dem Auto der Zukunft der öffentliche Verkehr den Individualverkehr verdrängt, hat sich nicht bestätigt. Im Gegenteil, das fahrerlose Auto hat die Mobilität erhöht. Das autonome Auto ist sogar zur ernstzunehmenden Alternative für den öffentlichen innerstädtischen Verkehr geworden. Ein weiterer Vorteil ist, dass nun auch Jugendliche und Senioren gefahrlos alleine Auto fahren können. Das geräumige E-Auto wird zu einem zusätzlichen Lebensraum, zum Arbeitszimmer, zum Wohnzimmer und sogar zum Ruheraum. Es bleibt Zeit zum Zeitunglesen. Viel besser, als sich in einen überfüllten Bus zu quetschen.

 

 

 




 

 


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Gerald Balser

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