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Es läuten die Alarmglocken

Gerald Balser, 20. Juli 2019

 

Wenn die Automobilbranche und die Bundesregierung dachten, sie könnten den Dieselskandal einfach aussitzen, dann haben sie sich gewaltig getäuscht. Strafen und Entschädigungen lassen sich bei gewohnt üppigen Gewinnen in Milliardenhöhe eventuell verschmerzen, aber nicht der internationale Imageverlust und die Verunsicherung der Automobilmärkte und seine Folgen. Darüber hinaus wurde der große und permanente politische Druck des Umweltschutzes auf der Straße unterschätzt. Die Automobilindustrie fühlte sich als der erklärte Garant und als die Hauptsäule unseres wirtschaftlichen Wohlstandes vor Angriffen sicher. Verständlich ist daher der Versuch, als Spitzenreiter das Aufkommen einer neuen Technologie, wenn schon nicht zu verhindern, doch wenigstens deren Entwicklung in die Länge zu ziehen. Hat aber auch nicht funktioniert.

 

Der eigentliche Verursacher des Dieselskandals, der VW-Konzern, hat seine Lektion verstanden und ist als erster deutscher Hersteller in die elektrische Offensive gegangen, ganz gegen die Auffassung von Daimler und BMW.  Der Erfolg gibt VW Recht. Das erste auf dem neuen modularen Elektrobaukasten entwickelte reine E-Auto von VW, der „I.D.3“, wird erst Mitte 2020 ausgeliefert, eine First Edition ist aber bereits heute, auch zur Überraschung von VW, ausverkauft. VW ist auf dem besten Wege, aus der Niederlage einen Sieg zu machen. Offiziell erklärtes Ziel des Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess ist, auch beim Elektroauto die Nummer 1 in der Welt zu werden. Bereits heute besitzt VW eine Reihe von attraktiven Prototypen, die innerhalb von nur zwei Jahren in Serie gehen sollen. BMW und vor allem Mercedes stehen mit leeren Händen da. Die Absatzzahlen bzw. Marktanteile von BMW und Mercedes in Deutschland und auch auf den Weltmärkten gehen zurück, der VW-Konzern ist dagegen stabil. Mercedes meldet für das zweite Quartal sogar einen Verlust von 1,6 Milliarden EURO und hat seine Gewinnwarnung erneuert. Wenn mit Premium- und Luxusautos bei eigentlich komfortablen Gewinnmargen kein Geld mehr verdient wird, dann läuten bei mir die Alarmglocken.

 

 

 

 

 

 


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Gerald Balser

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