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Was wird aus Mercedes?

Gerald Balser, 11. Februar 2020  


In der veröffentlichten Meinung war der Dieselskandal eigentlich immer nur ein VW-Skandal. Ich konnte von Anfang an nicht glauben, dass die Ingenieure aller anderen Hersteller eine saubere Lösung der Abgasvermeidung gefunden haben? Vor allem von ausländischen Herstellern war in diesem Zusammenhang nie die Rede.


Nun ist der in Deutschland zweitgrößte Hersteller Mercedes dran. Über 700.000 ältere Dieselfahrzeuge mussten sich inzwischen einer Rückrufaktion für ein Software Update unterziehen mit Folgekosten weltweit in Milliardenhöhe. Deshalb sah sich Mercedes gezwungen, für das Jahr 2019 eine Gewinnwarnung zu veröffentlichen. Sparen ist auf allen Gebieten und gegenüber allen Personengruppen im Hause Mercedes angesagt. Die Aktionäre müssen sich mit einer kleinen Gewinnausschüttung zufrieden geben, die Belegschaft erhält nur noch einen Bruchteil der üblichen Jahresgratifikation und soll außerdem weltweit um 15.000 Mitarbeiter reduziert werden und das lückenlose, jede Nische besetzende Produktprogramm soll auf die Gewinnbringer ausgedünnt werden.


Der gewaltige Gewinnrückgang kommt zur Unzeit. Mercedes hat lange Zeit nicht an die Elektrifizierung des Autos geglaubt und ist bei der Entwicklung ins Hintertreffen geraten. Lange Zeit hat man auf die Brennstoffzelle gesetzt. Und nun fehlen auch noch die notwendigen Milliarden aus dem Gewinn. Sollte man bei den CO2-Emissionen wegen der fehlenden E-Autos die Flottenziele nicht erreichen, drohen wiederum Milliarden an Strafzahlungen. Bis zuletzt setzte man auf seine altbewährte Verbrenner-Technik. So erhoffte sich Mercedes von seinem neuen Vierzylinder-Dieselmotor OM 654 einen Ausweg aus der Not. Laut Mercedes machen seine vorbildlichen Effizienz- und Emissionswerte diesen Premium-Diesel zukunftssicher und unterstreichen die zentrale Rolle, die der Dieselantrieb beim Erreichen der anspruchsvollen weltweiten Klimaziele spielt. So aber sieht Zukunft nicht aus.


Die großen deutschen Hersteller VW-Audi, Mercedes und BMW sollten sich angesichts der globalen Umbrüche nicht gegenseitig länger als Hauptkonkurrenten betrachten. Arroganz wegen der Erfolge der Vergangenheit ist für ein Überleben   nicht angebracht. Die asiatische Übermacht der nahen Zukunft macht eher ein Zusammenrücken notwendig. Die horrenden Kosten für die Entwicklung des E-Autos inkl. Batterie und des autonom fahrenden Autos kann nicht jeder Hersteller für sich alleine tragen. Es wäre auch ein Unsinn, wenn jeder das Rad neu erfinden wollte. Will man sich nicht gegenseitig marginalisieren, ist eine enge Kooperation und sind gemeinsame Standards, z.B. bei der Aufladung, die Voraussetzung für eine funktionierende, flächendeckende Infrastruktur. Die Wettbewerbshüter müssen in diesem Zusammenhang endlich aufhören, bei der fortgeschrittenen Globalisierung nur den deutschen Markt zu betrachten.








Auch Du, Mercedes!

Gerald Balser, 15. April 2019

Update, 23. Januar 2020

 

Aber wie konnte die Verwendung einer betrügerischen Software so lange unentdeckt bleiben? Dazu muss man wissen, dass eine vorher klar definierte Vergleichbarkeit der Messung von Abgaswerten nur „im Labor“ hergestellt werden kann. Der normale Fahrbetrieb auf der Straße kann die gewünschte Vergleichbarkeit niemals bieten. Dieser Zusammenhang brachte sowohl Hersteller als auch Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zu der irrigen Annahme, dass bereits die Erreichung der Abgasgrenzwerte auf dem Prüfstand maßgeblich für die Zulassung wäre. Nun sind Aufbau und Betrieb von Teststationen nicht gerade billig, daher hat der Staat diese Aufgabe gerne an die Hersteller abgetreten. Das KBA glaubte sich lediglich für die Kontrolle  und die Genehmigung der Zulassung zuständig.

 

In der veröffentlichten Meinung war der Dieselskandal eigentlich immer nur ein VW-Skandal. Ich konnte von Anfang an nicht glauben, dass - bis auf VW - die Ingenieure aller Hersteller eine saubere Lösung der Abgasvermeidung gefunden haben? Vor allem von ausländischen Herstellern war in diesem Zusammenhang nie die Rede. VW erkannte die Zeichen der Zeit, ersparte sich die Rolle des beleidigten Buhmanns, entwickelte einen modularen Elektrobaukasten und schaffte mit seinem neuen Vorstandvorsitzenden Herbert Diess in kürzester Zeit den Wandel zum Hersteller von Elektroautos. VW ist damit bewusst ein sehr hohes Risiko eingegangen, denn ob die Vision Elektroauto am Ende wirklich funktioniert, ist noch lange nicht ausgemacht. Gleichzeitig hat sich der VW-Konzern an die Spitze der Bewegung gestellt und die Vorstellung demnächst erneut die Nummer 1 der Welt zu werden, diesmal im Bereich Elektroauto, ist realistisch.

 

Als Objekt politischer Agitation taugt der geläuterte VW-Konzern inzwischen nicht mehr. Ersatz musste her. Was man eigentlich schon immer wusste, auch die anderen Hersteller kochen nur mit Wasser. Nun ist der in Deutschland zweitgrößte Hersteller Mercedes dran. Über 700.000 ältere Dieselfahrzeuge mussten sich inzwischen einer Rückrufaktion mit einem Software-Update der "Abschaltvorrichtung!" unterziehen. Mercedes versüßte den Haltern die lästigen Umstände mit der guten Nachricht einer 38%igen Reduzierung der Stickoxydwerte. Aber allein auf billige Lösungen setzt Mercedes nicht und kalkuliert die Folgekosten weltweit in Milliardenhöhe. Deshalb sah sich Mercedes gezwungen, für das laufende Jahr eine Gewinnwarnung zu veröffentlichen. Eine Reduzierung der Belegschaft soll die negative Entwicklung abfedern. Eine positive Entwicklung erhofft sich Mercedes dagegen von seinem neuen Vierzylinder-Dieselmotor OM 654. Laut Mercedes machen vorbildliche Effizienz- und Emissionswerte diesen Premium-Diesel zukunftssicher und unterstreichen die zentrale Rolle, die der Dieselantrieb beim Erreichen der anspruchsvollen weltweiten Klimaziele spielt. Seine Weltpremiere feierte der erste Vollaluminium-Diesel-Vierzylinder von Mercedes-Benz als E 220 d in der neuen E-Klasse im Frühjahr 2016.


Aber es kommt für Mercedes noch schlimmer. Unabhängige Institute haben die Wirksamkeit des Updates im Straßenverkehr geprüft und anstatt einer Reduzierung, eine Erhöhung der Abgaswerte festgestellt. Mit diesen Ergebnissen konfrontiert, haben sich Mercedes und das KBA geradezu geoutet. Beide glauben immer noch, dass die Erreichung der Grenzwerte auf dem Prüfstand für die Zulassung ausreicht. Demgegenüber gibt es Urteile auf europäischer und Bundesebene, dass die gültigen Abgasgrenzwerte sehr wohl auf der Straße erreicht werden müssen. Bei dieser Eindeutigkeit sehe ich keinen Interpretationsspielraum. Ich höre bereits jetzt die Umweltschützer das große Hornsignal  zum Beginn der wilden Jagd auf Mercedes blasen.



 

 

 


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Gerald Balser

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