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Die Joker von VW in 2020:

VW ID.3 und VW ID.4

Gerald Balser, 3. Januar 2020

 

Die deutsche Automobilindustrie steht mitten im Umbruch. Recht spät haben Mercedes und BMW erkannt, dass ein eisernes Festhalten am so erfolgreichen Verbrenner nicht funktioniert und man damit im Grunde  nur Zeit für die Entwicklung des Elektroautos sowie eines modularen Elektrobaukasten verliert. Im Gegensatz zu VW bzw. dem VW-Konzern hinken die beiden Edelmarken dem Prozess hinterher. Mit der frühen Entscheidung für das Elektroauto und der kompromisslosen, internationalen Umsetzung ist VW auf dem besten Wege, auch auf dem Sektor E-Auto die Nummer Eins in der Welt zu werden. Davon merkt der Kunde bisher aber nicht allzu viel. Beim VW-Händler ist noch alles beim alten.

 

Das neue Jahr 2020 wird für VW das Jahr der Wahrheit werden. Im Frühjahr steht der VW ID.3, das Pendant zum Marktführer im Segment Kompaktauto dem VW Golf, in den Schauräumen und im April wird der VW ID.4, das Gegenstück zum Marktführer im Segment Kompakt-SUV dem VW Tiguan, vorgestellt. Auf dem deutschen Automobilmarkt und nicht nur VW-intern sind beide klassischen Verbrenner-Fahrzeuge die Nr. 1 und 2. Die Entscheidung von VW, zunächst genau für diese beiden Marktführer entsprechende ID-Modelle auf den Markt zu bringen, war absolut richtig. Als Massenhersteller kann sich VW Im E-Bereich vorerst kein Angebot von Nischenmodellen erlauben, sondern muss offensiv den Massenmarkt bedienen. Um eine allgemeine Kaufbereitschaft zu erreichen, dürfen die E-Aufpreise für diese „Volkswagen“ trotz akzeptabler Reichweiten nicht über denen eines Diesels liegen. Dies trifft beim VW ID.3 zu.


Um dem Kunden die Angst vor einer zu dünnen öffentlichen Ladestruktur zu nehmen, arbeitet VW nach dem Vorbild von Tesla In Wolfsburg fieberhaft am Aufbau einer eigenen Infrastruktur. Elektroautos von VW können sehr bald auf Parkplätzen (Supermärkten, Rastplätzen, etc.) nicht nur an festen, sondern auch an mobilen Ladestationen  aufgeladen werden.


Besonders pfiffig finde ich die Idee, in Tiefgaragen und Parkhäusern stationäre Roboter zu installieren, die parkende E-Autos eigenständig ansteuern und aufladen (erspart die Reservierung von E-Parkplätzen). Der Fahrer eines E-Autos muss also im Gegensatz zum Verbrenner nicht mehr gezielt eine Tankstelle anfahren, sondern kann z. B. während des Einkaufs eine der vielen Möglichkeiten zum Aufladen nutzen. Besonders komfortabel ist die "wall box" zu Hause oder die Ladestation auf dem Parkplatz an der Arbeitsstelle.

 

Die vielen Vorteile des E-Autos sind den meisten Autokunden inzwischen bekannt. Die Bereitschaft zum Kauf eines E-Autos ist vorhanden. Allein es fehlt das Vertrauen. VW erscheint nach der Diesel-Affäre geläutert. Dem neuen Vorstandsvorsitzenden des VW-Konzerns, Herbert Diess, ist es durch seine kluge Politik gelungen, das Vertrauen der Umwelt-Politik und das seiner Kunden zurück zu gewinnen. Die First Edition des VW ID.3 war in wenigen Wochen ausverkauft. Nun kann man gespannt sein, ob die doch eher vorsichtigen Produktionsplanungen in den VW-Werken Zwickau und Dresden für die Nachfrage ausreichen. Nach dem E-Kompaktwagen ID.3 in der Golf-Klasse halte ich das E-SUV ID.4 für einen Volltreffer, trifft es doch genau die aktuelle Nachfrage nach kompakten Autos mit einer höheren Sitzposition. Dass inzwischen das SUV die Limousine in der Beliebtheit abgelöst hat, daran konnte auch eine undifferenzierte Diffamierung des SUV in den Medien nichts ändern. VW wird mit seinem flotten, kompakten E-SUV allen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. Wegen der ungebrochenen Attraktivität des SUV bei den Käufern könnten bei einem vermuteten Grundpreis von ca. 36.000 € die Verkaufszahlen des ID.4 sogar die des ID.3 erreichen.

 

 

 


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Gerald Balser

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