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VW ID.3

Bei VW hat die Zukunft bereits begonnen.

Gerald Balser, 13. Mai 2019

 

Gestern noch als ewige Schlafmütze und Fortschrittsverweigerer beschimpft, macht seit dem 8. Mai 2019 die gebeutelte Marke Volkswagen ernst. Das erste reine Elektroauto von VW auf Basis des Modularen Elektronikbaukastens (MEB) mit dem Namen ID.3 kann bestellt werden. Dieser absolut technische Namen, eigentlich nur eine Bezeichnung, irritiert mich allerdings. Man hatte sich eigentlich an den bisher verwendeten Namen ID. Neo gewöhnt. Natürlich will VW die neue Elektrofamilie vom klassischen Auto mit Verbrennungsmotor mit Hilfe der Namensgebung auch sprachlich unterscheiden. Mir ist aber die Assoziation zum Tesla Modell 3 zu nahe. Es macht keinen guten Eindruck und wirkt eher komplexhaft, wenn der Riese den Zwerg kopiert. Die Erklärung von VW, das Segment 3 (Kompaktklasse) nach dem Kraftfahrt-Bundesamt stünde für Kompaktwagen wie der Golf bzw. ID.3, ist zwar nachvollziehbar, aber alles, was man erst erklären muss, ist von Übel. Die Dinge müssen für sich selbst sprechen. Ich kann nur hoffen, dass die im Umlauf befindlichen guten Namen der Nachfolger nicht ebenfalls technischen Bezeichnungen weichen müssen.


Bestellung ist eigentlich auch nicht die korrekte Bezeichnung. Der ID.3 kann seit dem 8. Mai lediglich als limitiertes Einführungs-Sondermodell in drei Varianten „1st Edition“, „1st Plus“ und „1st Max“ gegen eine Anzahlung von 1.000 Euro online http://www.volkswagen.com/id-prebooking über die VW-Website vorbestellt werden. Volkswagen konnte bereits einen Tag nach der offiziellen Vorstellung des neuen Elektroautos, am 9. Mai im Rahmen einer Presseveranstaltung einen überraschenden Erfolg verkünden. Das „Pre-Booking“ habe innerhalb eines einzigen Tages bereits über 10.000 Registrierungen eingefahren. Die ist umso bemerkenswerter, da der schnelle Besteller weder das genaue Aussehen des Autos (abgebildet ist bisher nur ein getarnter Prototyp) noch den genauen Zeitpunkt der Auslieferung kennt. VW peilt als Beginn der Produktion Ende 2019 und der Auslieferung Mitte 2020 an.

 

Quelle: VW AG


Sind die Vorbesteller des VW ID.3 schlaue Protagonisten oder letztlich eher dumme Testfahrer? Bei dem vielen Für und Wider lässt sich diese Frage so leicht nicht beantworten. Bei einem Einstiegspreis von unter 40.000 Euro für die sicherlich sehr gut ausgestattete Sonderedition kann man ohne das endgültige Preissystem zu kennen, schlecht von einem Einführungsschnäppchen reden. Ob das Versprechen, das erste Jahr kostenlos Strom zu tanken, die Kaufentscheidung positiv beeinflussen kann, ist ebenfalls fraglich.


Nun scheint ja der VW ID.3 als absolute Neuentwicklung und auf der Höhe der technischen Entwicklung ein attraktives Modell zu sein. Aber es ist beileibe nicht das erste seiner Gattung. Nebenbei bemerkt, mit dieser Zurückhaltung hat VW traditionell schon gute Erfahrungen gemacht. Die zurzeit auf dem deutschen Markt meist verkauften Elektroautos sind der Renault Zoe, der Nissan Leaf und der BMW i3. Relativ neu ist der Hyundai Kona. Obwohl ein SUV entspricht der Kona in seinen Abmessungen dem Kompaktwagen VW ID.3, ist allerdings deutlich kürzer.

 


VW ID.3

BMW i3

Renault Zoe

Hyundai Kona

Nissan Leaf


Kompakt-wagen

Kleinwagen

Kleinwagen

Kleinst-SUV

Kompakt-limousine

Abmessungen (m)

L=4,25

B=1,80

H=1,58

L=4,00

B=1,78

H=1,58

L=4,08

B=1,73

H=1,56

L=4,17

B=1,80

H=1,56

L=4,49

B=1,79

H=1,54

Kapazität

Lithium-Ionen (kWh)

48

62

82

33,2

33,2

22

41

39,2

64

40

62

Leistungen

(PS)

170

170

170

170

184

92

108

136

204

150

217

Verbrauch

(kWh)

k.A.

k.A.

k.A.

13,1

14,0

17,9

15,9

13,9

14,3

20,6

18,0

V-Max

(km/h)

ca. 160

ca. 170

ca. 180

150

160

135

135

155

167

144

157

Beschleu-nigung

(s)

k.A.

k.A.

k.A.

7,3

6,9

13,2

11,4

9,7

7,6

7,9

7,3

Reichweite

(km)

330

420

550

255

290

216

380

312

482

270

385

Preise

(Euro)

ca. 30.000

ca. 35.000

ca.40.000

38.000

41.600

21.900

25.100

zuzüglich Batteriemiete

34.600

39.000

36.800

44.700

 

Auf dem Papier beeindruckt der neu VW ID.3 im Vergleich mit seinen Konkurrenten durch seine große Reichweite und seine hohe Fahrgeschwindigkeit. Außerdem scheint zu stimmen, dass der neue Elektro-VW ein Raumwunder ist. In seinen Abmessungen eher ein Golf entspricht sein Innenraum wohl eher dem eines Mittelklassefahrzeuges, was den erhöhten Fahrzeugpreis relativiert. Da das Elektroauto direkt mit dem selbstfahrenden Auto in Verbindung gebracht wird, hat  VW wohl nicht an entsprechender Ausstattung und am Erscheinungsbildes des Cockpits gespart. Dennoch, eigentlich müsste der ID.3 wegen der vielen wegfallenden Einzelteile deutlich billiger in der Anschaffung sein. Leider sind die aktuellen Lithium-Ionen-Batterien noch so teuer, dass dieser Vorteil wieder zunichte gemacht wird. Die Unterhaltskosten beim Verbrauch und bei der Wartung dürften dagegen niedrig sein. Ein starkes Argument für den Käufer, aber nicht für die VW-Werkstätten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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