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Ist es klug, sich aktuell ein E-Auto zu bestellen?
Gerald Balser, 7. November 2022

Die Statistik des KBA spricht eine deutliche Sprache. Der Anteil der im Monat Oktober neu zugelassenen vollelektrischen Autos (17,1 %) entspricht ungefähr dem des Diesels (17,5 %) und der Anteil der neu zugelassenen Hybridfahrzeuge (33,5 %) dem des Benziners (32,0 %). Diese Statistik ist sicherlich eine Momentaufnahme, aber im Vergleich mit den Vormonaten ist ein Trend "weg vom Verbrenner, hin zum E-Auto" feststellbar. Trotz dieser hohen Prozentzahlen ist das E-Auto auf der Straße immer noch die Ausnahme. Das Sterben der Tankstelle ist noch kein Thema.

Quelle: e-engine
Der Geburtsfehler des E-Autos sind die unübersichtlich vielen verschiedenen Stecker und Ladegeschwindigkeiten. Von einem unkomplizierten Tanken an der Tankstelle ist man auch heute mit einem E-Auto weit entfernt. INzwischen haben sich zwei Steckerarten durchgesetzt: Der Typ 2 zum laden von AC-Strom und der CCS2 zum Laden von DC-Strom. Dabei bestimmt das eigene E-Auto und nicht die Ladesäule, mit welchem Stecker und mit welcher maximalen Geschwindigkeit geladen werden kann. Z.B. der VW ID.3 kann zuhause an der eigenen Wallbox mit einem Stecker Typ 2 in AC-Geschwindigkeit der üblichen 11 kW aufgeladen werden. Bei einem Akku mit 58 kWh dauert dies 6:15 Stunden, mit 77 kWh sogar 7:30 Stunden. Ratsam ist, dafür die Nacht einzuplanen. Unterwegs macht nur die Schnellladung einen Sinn. Der VW ID.3 erlaubt mit dem CCS-Stecker die DC-Aufladung mit max. 120 kW bzw. 125 kW an der Schnellladestation. Dann ist das E-Auto nach nur 0:35 Stunden zu 80 % aufgeladen. Nach meinen Beobachtungen sind die Raststätten an der Autobahn überraschend gut vorbereitet. Dort findet man auch die Ladestationen mit den ganz hohen Leistungen. Ganz anders ist es in der Stadt und besonders über Land. Der Fahrer eines Plug-in-Hybriden mit dem Typ 2-Stecker hat es noch vergleichsweise gut, aber die Schnelladesäulen sind rar und vor allem die mit einer Ladeleistung über 100 kW. Da muss sich noch sehr viel ändern.

Ziel der Hersteller von E-Autos, aber auch der Politik, muss es sein, ein E-Auto - ähnlich wie ein Verbrenner an der Tankstelle - fahrzeugnah, ohne Wartezeit, bei Preistransparenz unkompliziert und schnell zu laden und zu bezahlen. Ich fahre seit einem Jahr einen Plug-in und habe mich mit vielen Ladekarten und Ladeapps eingedeckt. Die kluge Vorsorge garantiert mir aber noch lange nicht eine freie und funktionierende Ladesäule. Da freut sich der Fahrer eines Tesla, denn dem steht ein dichtes Netz an exklusiven Tesla-Ladestationen zur Verfügung. Markenfremde E-Autos können dort nicht aufladen, umgekehrt aber schon. Die deutschen Autobauer waren leider nicht in der Lage, sich nach dem Vorbild von Tesla ein gemeinsames, dichtes, gut funktionierendes Netz aufzubauen. Die zarte Zusammenarbeit von VW mit IONITY zum Aufstellen von Schnellladesäulen an den Autobahnen reicht bei weitem nicht aus.
Quelle: VW AG

VW hat wohl selbst gemerkt, dass im Elektro-Zeitalter Laden und Energie von größter strategischer Bedeutung sind. Mit der Gründung (2021) von NEW AUTO hat VW diese Themen deshalb in die eigenen Hände genommen und investiert selbst in Komfort, Qualität und Ausbau des Ladenetzes. Hildegard Wortmann, Konzernvorständin Vertrieb, erläutert: „Im Rahmen der NEW AUTO Strategie arbeiten wir mit unseren Konzernmarken konsequent auf das Ziel hin, Marktführer in der E-Mobilität zu werden. Dazu bauen wir für unsere Kunden und Kundinnen ein komplettes Ecosystem auf, das auch das Schlüsselthema Laden umfasst. Wir wollen ihnen damit ein voll integriertes, komfortables und rundum positives Ladeerlebnis bieten, das sie so nirgendwo sonst finden.“ Kunden haben laut VW die Wahl zwischen drei Grundtarifen mit jeweils festen Preisen je geladener Kilowattstunde. Die neuen Tarife gelten für Kunden von We Charge (Volkswagen), Powerpass (ŠKODA), Easy Charging (SEAT/CUPRA) sowie Elli (Wallbox/Ökostrom) und bieten unter anderem Top-Konditionen für die Schnelllader von Ionity.

 

Die VW-Tochter Elli hat inzwischen die Ankündigung umgesertzt. Dabei ist postiv aufgefallen, dass das jüngst geänderte Preissystem keine Preiserhöhungen, sondern kleine Preissekungen für die Elli-Kunden gebracht hat. 

Drive Free ohne monatliche Grundgebühr
  • 0,55 € / kWh für AC
  • 0,76 € / kWh für DC
  • 0,79 € / kWh für Ionity-Säulen.
Drive City mit monatlicher Grundgebühr von 5,99 €
  • 0,39 € / kWh für AC
  • 0,49 € / kWh für DC
  • 0,79 € / kWh für Ionity-Säulen.
Drive Highway mit monatlicher Grundgebühr von 12,99 €
  • 0,37 € / kWh für AC
  • 0,47 € / kWh für DC
  • 0,35 € / kWh für Ionity-Säulen.
Die Blockiergebühren wurde ebenfalls überarbeitet:
AC-Säulen (von 09:00 bis 21:00 Uhr)
Nach 3 Stunden Laden 0,05 € pro Minute.
DC-Säulen (zu jeder Tageszeit)
Nach 1,5 Stunden Laden 0,15 € pro Minute.


Quelle: VW AG

VW plant unter Federführung der konzerneigenen Tochterfirma Elli ein „Selected-Partner“-Programm gemeinsam mit ausgewählten Ladeparkbetreibern. Dabei werden besonders komfortable Ladestationen künftig im Navigationssystem hervorgehoben und E-Auto-Fahrern die Option angeboten, bevorzugt dorthin zu fahren. Zu den Qualitätskriterien sollen unter anderem Verlässlichkeit, Wetterschutz und Verpflegung gehören. Nutzer können so künftig Ladestationen mit Überdachung und Kaffeeangebot gezielt ansteuern.

Ein weiterer Baustein ist die Markteinführung von "Plug&Charge".  Das Fahrzeug identifiziert sich an entsprechender Ladesäule und startet automatisch den Ladevorgang. Unterstützt wird Plug&Charge unter anderem von IONITY, Aral/BP, E.ON und Iberdrola. Weitere Partner bereiten das Angebot bereits vor.

Laut NEW AUTO will der Volkswagen Konzern das Thema Laden und Energie zum Kerngeschäft machen. Bis 2025 sind gemeinsam mit Partnern rund 45.000 High Power Charging-Punkte (HPC) in Europa, China und den USA geplant. Die Produktpalette umfasst zudem die gesamte Bandbreite der Ladelösungen für Privatkunden und Unternehmen – von der eigenen Wallbox über die flexible Schnellladesäule bis hin zu Ladediensten und innovativen, smarten Ökostrom-Tarifen. Im nächsten Schritt will Volkswagen das E-Auto als mobile Powerbank im Energiesystem verankern und zusätzlichen Mehrwert für E-Auto-Kunden schaffen.

Aktuell ist die elektrische Autowelt im Vergleich zu den wunderbaren Ankündigungen leider noch sehr holprich und weit entfernt von der einfachen Welt des Verbrenners. Wer keine Lust auf aufwendige Ladeplanung und Ladestationsuche hat, sollte mit dem Kauf eines E-Autos besser noch ein bis zwei Jahre warten und beobachten, ob all die großartigen Versprechungen auch wirklich eingehalten werden. Ausgenommen hiervon ist der kleine Stadtflitzer mit häuslicher Wallbox.



 









 



 


 


 

AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

www.automobilmarktdeutschland.de



Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER


 

 St. Pete, FL.

Oktober 2016

 

 

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ACHTUNG!!!

Neue Gliederung. Noch Informativer, noch aktueller.




VW-Mitarbeiter 

Gerald Balser 

 IAA Frankfurt 1973


 Zentrale Marketingplanung

Wolfsburg 1974







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