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E-Auto ist nicht gleich E-Auto

Gerald Balser, 9. Januar 2020

Quelle: StreetScooter GmbH

E-Autos zu bauen, ist scheinbar ganz einfach. Selbst Studenten der Aachener TU haben der Deutschen Post einen E-Kleinlaster (StreetScooter) gebaut. Waren bisher nur jene Hersteller erfolgreich, die in der Lage waren, einen modernen Benziner bzw. Diesel zu bauen – und Deutschlands Hersteller waren führend in der Welt (german engeneering) – genügt beim E-Auto ein in seinen Dimensionen recht kleiner und leicht zu bauender Elektromotor, den man sich bei einem der zahlreichen Zulieferer besorgen kann. Außerdem benötigt das E-Auto nur ein Bruchteil der Teile des Verbrenners. Auspuffanlage, Katalysator, Tank, Anlasser, usw. fehlen beim E-Auto. Aber warum ist dieses Auto dann deutlich teurer als ein Benziner? Schuld daran ist die Batterie, die durch ihren hohen Preis die vielen Preisvorteile des E-Autos leider überkompensiert.

                                                                                                                 Tesla Model S

Quelle: Tesla Germany GmbH

Soll das E-Auto nicht nur im städtischen Verkehr gefahren werden, dann benötigt es große Reichweiten mit entsprechend großen Batterien, die die gesamte Bodenfläche des E-Autos ausfüllen. Das geht natürlich nicht billig. Der kalifornischen Marke Tesla war dieser Zusammenhang sehr bewusst. Mit ihren schnittigen Modellen „Model S“ und „Model X“ bediente sie konsequent das obere Segment. Tesla war konkurrenzlos, da die traditionellen Hersteller nicht in der Lage waren, die von Tesla vorgegebenen Reichweiten zu erzielen. VW & Co. begannen deshalb mit dem E-Auto zunächst im unteren Segment, mussten aber schmerzlich feststellen, dass je tiefer man im Segment ansetzt, umso höher der Preisanteil der Batterie wird. 


BMW i3

Quelle: BMW AG

BMW war zwar mit seinem i3 der Vorreiter der deutschen Hersteller. Obwohl einer der meistverkauften E-Autos in Deutschland, stufte BMW den i3, gemessen an den eigenen Erwartungen, als nicht sonderlich erfolgreich ein und überlegten sogar,  ihn ganz aus dem Programm zu nehmen. Nur wenige Kunden  akzeptieren einen E-Kleinwagen mit einer geringen Reichweite, zu Preisen eines Mittelklassefahrzeugs. Immerhin war BMW unter den deutschen Anbietern der Einzige, der ein speziell konstruiertes E-Auto anbot. Alle anderen bauten ihre Erfolgsmodelle einfach um. Das Ergebnis war leider nur eine Verlegenheitslösung mit einem hohen Preisaufschlag. Diese unbefriedigende Situation schuf Spielraum für Start-ups und branchenfremde Anbieter. Start-ups haben es bei derart hochpreisigen Produkten, wie es das Auto einmal ist, verdammt schwer. Vor allem fehlte es an Kapital. Daher sind diese Hersteller sehr oft ohne Marktchancen.


                                                                                                                 Sono Sion

Quelle: Sono Motors

Jüngstes Beispiel ist das Start-up Sono Motors. Die Münchner schicken ihren Sion ins Rennen, ein kompaktes E-Auto mit Solarzellen auf dem Fahrzeugdach zur Erhöhung der Reichweite (max 30 km). Die noch fehlenden 50 Millionen € versucht man durch crowdfunding zu beschaffen. Ganz so einfach ist es halt doch nicht im Automobilbau. Selbst die Shooting-Marke Tesla bekam Produktionsschwierigkeiten bei den gewünschten hohen Stückzahlen mit ihrem Mittelklasse-Modell „Model 3“.


Mercedes Vision AVTR

Quelle: Daimler AG

Die Befürchtungen, dass Firmen der IT Branche ihre Chance nutzen werden, um auch auf dem Automarkt aufzutreten, ist bereits eingetreten. Sony präsentierte vor wenigen Tagen auf der CES in Los Angeles den staunenden Journalisten den Prototyp eines sehr sportlichen Autos der Mittelklasse. Dieses Auto ist so attraktiv, dass es dem „Vision AVTR“ von Mercedes die Schau stahl. Aber auch Sony bedient nicht die Massensegmente, sondern besetzt lediglich eine bequeme Nische.


Sony Vision S

Quelle: Sony Europe E.V.

 

Wer hätte dies für möglich gehalten. Die viel gescholtene Marke VW scheint beim E-Auto zurzeit am besten aufgestellt. Mit dem neu entwickelten modularen Elektrobaukasten ist der Konzern in der Lage, die unterschiedlichsten Modelle in ganz kurzer Zeit zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Bereits vorgestellt ist der ID.3, das Gegenstück zum Golf. Wenige Monate nach dessen Auslieferung wird der ID.4, das Gegenstück zum Tiguan, folgen. Da VW seine Autos weltweit verkauft, kann mit sehr großen Stückzahlen gerechnet werden. Die Marke VW wird sehr rasch den Spitzenreiter Tesla vom Thron stürzen.


VW ID.3

Quelle: VW AG


VW ID.4

Quelle: VW AG

 


AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

www.automobilmarktdeutschland.de



Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER

St. Pete, FL, Oktober 2016

 






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Gerald Balser 

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Wolfsburg 1974



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Taigo1




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