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Fahrradland Deutschland?

Gerald Balser, 6. Juni 2021


Seit Einführung des E-Bikes boomt der Verkauf von Fahrrädern. Aktuell ist fast jedes 2. verkaufte Fahrrad ein E-Bike oder genauer gesagt ein Pedelic, also ein Fahrrad, bei dem sich der E-Motor nur dann einschaltet, wenn die Pedale getreten wird.


Im letzten Jahr wurden 5,04 Millionen Fahrräder verkauft, eine Steigerung von 16,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da E-Bikes sehr viel teurer sind als die herkömmlichen Fahrräder, ist es nicht verwunderlich, dass mit einem Gesamtumsatz von 6,44 Milliarden Euro sogar eine Steigerung von 60,8 Prozent erreicht wurde.


Von dieser Entwicklung hatte der Umweltschutz viele Jahre geträumt. Lange hatte man den Umstieg vom Auto aufs Fahrrad - zumindest für die wärmeren Monate -vergeblich propagiert, dabei aber leider versäumt, eine entsprechende Infrastruktur an Radwegen im Umland und vor allem in der Stadt aufzubauen. Ein gültiges Konzept existiert bis heute nicht, lediglich ein Plan, den Verkehrsminister Scheuer im April in Hamburg mit den Worten Vorstellte: "Mit unserem neuen Nationalen Radverkehrsplan machen wir Deutschland zum Fahrradland." Der Plan enthält Handlungsempfehlungen für Bund, Länder, Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft, um den Radverkehr auf dem Land und in der Stadt zu fördern. 


Quelle: privat


Leider befürchte ich, dass Deutschland das "Rad" neu erfinden will. Dabei wäre es ganz einfach, wenn man sich unseren nächsten Nachbar, das Fahrradland schlechthin, die Niederlanden, zum Vorbild. nehmen würde. Von den pragmatischen Holländern kann man lernen. Die kennen kein entweder oder. In den Niederlanden gibt es nebeneinander exzellente Radwege, ein enges Schienennetz, aber auch samtweiche Straßen und Autobahnen. Radwege sind durch einen sich deutlich abhebenden roten Belag unschwer zu erkennen. Davon getrennt sind die reinen Fußgängerwege. Fahrradwege gibt es sowohl rechts und links der Straße, möglichst mit einem Sicherheitsabstand, als auch direkte Schnellradweg fernab. Fahrradwege sind zumeist breit genug zum Überholen. Dadurch können Straßen für den Autoverkehr sehr eingeengt sein. Vorfahrt und Vorrecht haben aber immer die Fahrradfahrer. Stark frequentierte Fahrradwege sind oftmals durch Fahrradtunnel kreuzungsfrei gestaltet. Ist dies nicht möglich, haben Autofahrer, Radfahrer und auch Fußgänger jeweils ihre eigene Ampel.


Für die Holländer ist das Fahrrad eine Selbstverständlichkeit und auf keinen Fall ein Statussymbol. Teure, auffällige Fahrräder sind selten. Billigste Einfachräder ohne Gangschaltung und Rücktritt sind in den Städten immer noch häufiger anzutreffen als teure E-Bikes. Selbst auf dem Weg zur Arbeit sitzt der Holländer bzw. Holländerin im Bürooutfit, ohne Sturzhelm, aufrecht auf einem stabilen City-Fahrrad. Entsprechend knapp ist das Angebot an Abstellmöglichkeiten in den großen Städten. Dort gibt es sogar Parkhäuser für Fahrräder. Von solchen optimalen Zuständen ist man in Deutschland meilenweit entfernt.


Quelle: privat


Ehrlicher Weise muss man zugeben, Deutschland mit seiner zumeist hügeligen Landschaft ist im Gegensatz zu Holland nicht unbedingt ein fahrradfreundliches Land. In der Vergangenheit war dies auch der Hauptgrund für die Vernachlässigung eines Fahrradkonzepts. Mit dem Aufkommen des E-Bikes hat sich alles geändert. Mit dem E-Bike gibt es keine Berge und auch kein Gegenwind mehr. Einzig unangenehm bleiben Gewitter und Regen. Hier könnte die Idee aufgegriffen werden, Solarenergie durch Überdachung der Autobahn mit Photovoltaik zu erzeugen. Der Parlamentarischer Staatssekretär Steffen Bilger vom Verkehrsministerium schränkt allerdings ein: "Klar ist: Die Überdachung einer Autobahn ist wegen des schnell fließenden Verkehrs darunter eine besondere technische Herausforderung. Aber die Vision, eine bereits versiegelte Fläche noch einmal zu nutzen, und zwar quasi für die Erzeugung der Energie, die darunter durch Elektromobile gebraucht wird, muss man einfach verfolgen." Herr Staatssekretär, es ginge auch richtig ungefährlich mit der Überdachung der neuen Radwege. 


Nicht die Grünen, sondern ausgerechnet ein CSU-Verkehrsminister hat immerhin einen konkreten Plan. Der Scheuer-Plan hat sich den Ausbau der Rad-Infrastruktur zum Ziel gesetzt. So sollen Wege, Schnellverbindungen, Stellplätze für Fahrrädern und - nach holländischem Vorbild - sogar Fahrradparkhäuser errichtet werden. Ein Ausbau von Straßen ohne Radwege soll es nicht mehr geben. Die Höhe der Investitionen von Bund, Länder und Kommunen soll sich auf rund 30 Euro pro Person und Jahr verdoppeln. Bis 2023 will der Bund rund 1,46 Milliarden Euro in den Radverkehr investieren, erklärte Scheuer. 


Quelle: BMVI


Dem Allgemeine Deutsche Fahrradclub, ADFC, reichen die geplanten Maßnahmen nicht aus. "Vom Fahrradland Deutschland sind wir Stand heute noch Lichtjahre entfernt", erklärte die ADFC-Vizebundesvorsitzende Rebecca Peters und bezweifelt die versprochene schnelle Umsetzung. Der Umweltschutz geht noch einen Schritt weiter. Der geforderte "Kulturwandel" ist erst erreicht, wenn nicht nur, wie versprochen, ein gleichberechtigtes nebeneinander, sondern wenn - wie in den Niederlanden - eine Bevorzugung der Fahrräder gegenüber dem Auto selbstverständlich ist.






 



 


 


 

AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

www.automobilmarktdeutschland.de



Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER


 

 St. Pete, FL.

Oktober 2016

 

 

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ACHTUNG!!!

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VW-Mitarbeiter 

Gerald Balser 

 IAA Frankfurt 1973


 Zentrale Marketingplanung

Wolfsburg 1974







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