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Renault und Frankreichs Atomstrom

Gerald Balser, 5. Oktober 2021


Der erste Autohersteller in Europa, der die großen Marktchancen für das E-Auto erkannte, war der französische Hersteller Renault. Dies war kein Zufall, denn in Frankreich setzt man voll auf Atomstrom. Dank eines Anteils von über 70 % am Energiemix sind die E-Autos in Frankreich nicht nur besonders emissionsarm, sondern auch sehr preiswert unterwegs. Ganz anders in Deutschland. Bei unserem immer noch recht geringen Anteil an Wind- und Solarstrom und ohne Atomstrom ist der Strom noch verhältnismäßig „dreckig“ und außerdem ist er auch noch sehr teuer. Den hoch gesteckten Zielen des Pariser Abkommens sieht man in Frankreich sehr gelassen entgegen. Man hatte diese ja selbst forciert, denn Frankreich hat kein Öl, aber sehr viel billigen Strom.  Frankreich hat sogar die Absicht, angesichts des sehr hohen Gaspreises die Kernenergie zu forcieren. Soweit zum Thema vereinigtes Europa.


Gilles Le Borgne, Renault Group

Die Vision von Renault und Präsident Marcon ist, das E-Auto zu einem neuen „Volkswagen“ zu machen. Denn wegen seiner nur geringen Anzahl an Teilen ist das E-Auto nicht nur billiger als der Verbrenner in der Unterhaltung, sondern auch in der Anschaffung, vorausgesetzt in absehbarer Zeit wird das Problem mit der schweren, teuren und ineffizienten Batterie gelöst. Renault ist da sehr optimistisch und plant bereits für das Jahr 2024 etwa 400.000 E-Autos pro Jahr. „Wir arbeiten daran, die Kosten der E-Autos unter die der Verbrenner zu drücken“, sagt Technikchef von Renault Gilles Le Borgne. Dafür wurde eine Gigafabrik gebaut, die den Batteriepreis in den nächsten zehn Jahren halbieren soll.


Renault Twizy

Quelle: Renault Deutschland AG


Einen ersten Versuchsballon mit dem E-Auto startete Renault bereits 2011 mit dem 2,34 m kurzen Kleinstwagen Twizy, eine Mischung aus Quad und Auto. Sein Erfolg war eher bescheiden. Deutschlands Autobauer betrachteten dieses Unikum eher amüsiert. 


Renault Zoe E-Tech

Quelle: Renault Deutschland AG


Bereits zwei Jahre später verkaufte Renault – nun mit großem Erfolg - den Kleinwagen Zoe, das vollelektrische Gegenstück zum Renault Clio. Der war viele Jahre unangefochten die No. 1 in Europa (auch in Deutschland) und das Maß für kompakte E-Fahrzeuge. Zusätzlich profitierte Renault von der Abneigung der Branche, vor allem der deutschen Hersteller, gegenüber dem E-Auto. 


BMW i3

Quelle: BMW AG


Die Anfangsversuche der deutschen Marken mit der Elektrizität beim Auto waren eher Alibi-Maßnahmen. Man wollte gegenüber der Öffentlichkeit nicht als untätig dastehen. Es war allein BMW, der das Abenteuer E-Auto mit dem neu entwickelten „BMW i3“ wagte. BMW und Kleinwagen passten eigentlich nicht zusammen. Der für einen Kleinwagen viel zu hohe Preis gab dem Experiment fast den Rest.


Tesla Model S

Quelle: Tesla Morors


Urplötzlich, 2015 auf der IAA in Frankfurt, stieg ein neuer Stern auf am E-Himmel. Die kleine, unbekannte Firma Tesla aus Kalifornien präsentierte auf einem winzigen Stand ihr E-Auto der Oberklasse, das Model S. Diese große Limousine war ein Quantensprung, in allen technischen Daten seiner Konkurrenz weit überlegen. Ein Glück für Renault, dass das Model S als E-Auto der Oberklasse kein direkter Konkurrent für den Zoe war. Ungläubig gestaunt hat man dagegen bei Mercedes, BMW, VW und Co. 


VW ID.3 

Quelle: VW AG


Für die leicht überheblichen deutschen Autobauer änderte sich der Blick auf das E-Auto erst mit dem VW-Dieselskandal. Der wurde zunächst für VW zum Wachrüttler. Aber recht bald wuchs in der gesamten Branche die Erkenntnis, dass die Zukunft dem E-Auto gehört. Fast alle Automarken begannen, fieberhaft mit der Entwicklung von E-Autos. Die deutschen Edelmarken zunächst in den gewinnbringenden, oberen Klassen, aber VW dann auch im Kompaktbereich. Aktuell Marktführer bei den E-Autos ist VW mit seinem ID.3, das vollelektrische Gegenstück zum VW Golf.


Peugeot e-208

Quelle: Peugeot Deutschland GmbH


Die monopolistische Ruhe von Renault ist inzwischen dahin. Dem Kleinwagen Renault Zoe recht nahe kommt ein Landsmann, der Peugeot e-208. 


Hyundai Kono electric

Quelle: Hyundai Motor Deutschland GmbH


Der große Aufsteiger in der Autobranche ist aber Südkorea mit den beiden Schwestermarken Hyundai und Kia und ihren Kleinwagen Kia e-Soul und Hyundai Kona. Die sind technisch auf Augenhöhe und preislich akzeptabel. VW wird erst 2024 den "ID.Life", das elektrische Gegenstück zum Polo/T-Cross, auf den Markt bringen.


VW ID.Life

Quelle: VW AG


Dennoch, trotz der rasant wachsenden E-Konkurrenz, Renaults Ziele für die nächsten vier Jahre sind sehr ehrgeizig. Man gibt sich gegenüber VW noch lange nicht geschlagen. Zehn neue vollelektrische Modelle kündigte Renault nur ein paar Tage nach VWs Fahrplan an. Bereits 2030 soll die Energiewende bei Renault abgeschlossen sein. Bis dahin will man die normale Reichweite auf über 500 km hochgeschraubt haben. 

 


AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

www.automobilmarktdeutschland.de



Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER

St. Pete, FL, Oktober 2016

 






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VW-Mitarbeiter 

Gerald Balser 

IAA Frankfurt 1973

Wolfsburg 1974



15. Oktober 2021

Autostandort Deutschland

Quelle: VW AG



14. Oktober 2021

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IG-Metall



12. Oktober 2021

Vorsicht bei der Automiete im Ausland!



5. Oktober 2021

 Renault und  Atomstrom

Quelle: Renault Deutschland AG



2. Oktober 2021

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Quellen: VW AG, Hyundai Motor Deutschland GmbH




28. Sept. 2021

Kampf in der 

E-Mittelklasse!

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24. Sept. 2021

Nur noch kurz die Welt retten!




29. August 2021

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Taigo1
Taigo1




10. Juli 2021

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1. Juli 2021

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26. Juni 2021

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Quelle:VW AG




6. Juni 2021

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    3. Mai 2021

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