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VW: Vorreiter der E-Mobilität

Gerald Balser, 3. August 2019

Update: 20. November 2019


Volkswagen macht ernst mit der E-Mobilität und geht in eine 30-Milliarden-Euro-Offensive. O-Ton von VW: „Fakt ist, dass die Architektur des  Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) die Elektroautos und damit das Automobil generell grundlegend verändern wird. Denn der MEB wirft jeglichen Ballast des fossilen Zeitalters ab, da er konsequent für Elektroautos konzipiert wurde. Und damit verändern sich das Karosseriedesign, das Interieurdesign, das Package und die Antriebscharakteristik der elektrisch angetriebenen Volkswagen signifikant.“ Das besondere an den zukünftigen ID-Modellen ist, dass sie gegenüber ihren Außenabmessungen im Innenraum jeweils eine Klasse höher eingestuft werden können. Ein höherer Preis der ID-Modelle wäre somit auch gerechtfertigt.


Die Umstellung soll, beginnend 2020, Zug um Zug erfolgen und bereits Ende 2022 zu großen Teilen abgeschlossen sein. Konkret heißt dies, dass jedes aktuelle Modell mit Verbrennungsmotor ein elektrisches Pendant bekommen wird. Bereits von VW angekündigt sind folgende Modelle:



Verbrenner-Modell

Elektromodell


ID.1


ID.2











Bildquellen: VW AG


Für diesen mutigen Schritt bekommt VW viel Beifall, sogar von den Grünen.


Die Elektrifizierung des Automobils ist ein Prozess, der bis zu einem vollständigen Verschwinden des Motors mit fossilen Brennstoffen recht lange dauern könnte. Deshalb geht man davon aus, dass Verbrennungs- und Elektromotor viele Jahre parallel angeboten werden. Anders wäre eine Umstellung auch gar nicht möglich, denn diese braucht nicht nur Zeit, sondern muss nach Herbert Diess aus dem derzeitigen Geschäft mit dem Verbrennungsmotor finanziert werden. Wermutstropfen: Da zu erwarten ist, dass der Kuchen sich nicht so einfach vergrößern lässt, werden die Stückzahlen pro Modell zwangsläufig zurückgehen. Keine gute Voraussetzung für niedrige Preise.


Um wenigstens kurzfristig überleben zu können, wird sich das Auto mit Verbrennungsmotor verändern müssen. Das Zauberwort heißt Mildhybrid (Mild Hybrid Electric Vehicle = MHEV), also Benziner oder auch Diesel mit einem zusätzlich eingebauten kleinen Elektromotor. Der Elektromotor führt zu einer Leistungssteigerung (booster) des Verbrennungsautos, unterstützt also bei der Beschleunigung und erlaubt den Einbau kleinerer Verbrennungsmotoren (Downsizing) und führt somit zu einem geringeren Benzinverbrauch. Damit lassen sich die ständig niedrigeren Grenzwerte für Emissionen viel leichter erfüllen und die angedrohten Straf-Milliarden vermeiden. Die heute noch übliche 12-Volt-Batterie reicht dafür allerdings nicht aus und muss durch die starke 48-Volt-Batterie ersetzt werden. Den neuen Golf VIII wird VW im Jahr 2020 bereits als 48-Volt-Mildhybrid anbieten.


Bei sehr großen, schweren Autos wäre grundsätzlich die Einführung der Brennstoffzelle sinnvoll, hätte aber den Nachteil einer zusätzlichen, teuren Technologie mit weiteren, sehr hohen Entwicklungs- und Infrastrukturkosten. Der Plug-in-Hybrid (E-Auto mit Charger) ist die billigere Lösung, bereits lieferbar und man bliebe im System.

 

 

 

 

 


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