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VW bläst zur E-Offensive!

Gerald Balser, 30. September 2020

                               

                                   VW ID.3

VW hat aus dem Dieselskandal gelernt. Seitdem treibt VW die E-Mobilität so konsequent und engagiert voran wie kein anderer deutscher Autohersteller. Damit hat sich VW bei seinen deutschen Mitstreitern, die lange glaubten, sich gegen den Strom stemmen zu können, allerdings keine Freunde gemacht. Bis 2025 will der Konzern mehr als eine Million reine Elektro-Autos pro Jahr bauen und verkaufen. Für diese größte E-Offensive in der Automobilgeschichte investiert der Volkswagen Konzern in den Jahren 2019 bis 2023 knapp 44 Milliarden Euro in Elektromobilität, autonomes Fahren, neue Mobilitätsdienste und Digitalisierung. Dies entspricht rund einem Drittel der Gesamtinvestitionen in diesem Planungszeitraum.


                               VW ID. BUZZ

Inzwischen wurden die ersten vollelektrischen ID.3 (Gegenstück zum Golf) ausgeliefert und die ersten ID.4 (Gegenstück zum Tiguan) der Vorproduktion laufen bereits vom Band. Seit der Weltpremiere am 24. September  in Brooklyn-New York kann der ID.4 beim Händler bestellt werden. Die Coupé-Version, der ID.5, soll bereits im Frühjahr 2021 gebaut werden. Diese für VW eigentlich turboähnliche Geschwindigkeit verdankt VW seinem einzigartigen „Modularen Elektrobaukasten“ (MEB). Und in dieser hohen Geschwindigkeit soll es weiter gehen. In den Startlöchern stehen der ID.Buzz (ein kleiner Bulli) und der ID.Space Vizzion (ein großer Passat). Ein kleiner E-SUV ID.2 (Gegenstück zum T-Cross/T-Roc) ist ebenfalls so gut wie sicher. Dass mit einem ID.1 die Tage des VW up! gezählt sind, dürfte ebenfalls unstrittig sein.


VW ID. Space Vizzion

 

                                     VW ID.4

So ganz haben die Planer bei VW an den riesigen Erfolg des E-Autos anscheinend selbst nicht geglaubt. Für den VW-Konzern kam die große Nachfrage nach den vollelektrisch umgebauten VW up!, Skoda Citigo und dem Seat Mii offensichtlich unerwartet. Für alle drei E-Autos besteht aktuell ein Bestellstopp, um die Lieferfristen nicht ins uferlose wachsen zu lassen. Die angepeilten Produktionskapazitäten in Zwickau und später in Hannover und Emdem, in Chattanooga/USA und in Anting/China könnten viel zu klein geplant worden sein.

 

                                                                                 Skoda Enyak

Hinsichtlich der E-Offensive beschäftigen sich die Medien fast ausschließlich mit der Marke VW. Vom attraktiven MEB profitieren aber auch die anderen Marken des Konzerns. Die noch Nr. 1 der e-Hersteller Tesla wird es also nicht nur mit der Marke VW, sondern mit dem gesamten VW-Konzern zu tun bekommen. Jedes VW ID-Modell wird jeweils eine Schwester bei Skoda, Seat und Audi erhalten. Es werden keine Zwillinge sein. Zwar werden sich diese Autos in der Technik wenig unterscheiden, dafür sehr wohl aber im Design, entsprechend ihrem Markenimage bzw. der unterschiedlichen Zielgruppen.


                              Audi Q4 e-tron

Dass diese Konkurrenz im eigenen Haus eher als Vorteil angesehen wird, zeigt die generöse Haltung von VW. Man hat bei der Marktvorstellung des VW ID.4 dem Enyak von Skoda sogar einen knappen zeitlichen Vortritt genehmigt. In Kürze ist die Vorstellung des Tavascan von Seat, allerdings ausschließlich unter der neuen Marke Cupra, zu erwarten. Ganz auf Abstand zum ID.4 bemüht ist allerdings Audi mit ihrem neuen und recht teuren Q4 e-tron bzw. Q4 e-tron Sportback. Dabei ist Audi fester Bestandteil der E-Offensive. Bis 2025 will Audi 30 vollelektrische Fahrzeuge anbieten, Skoda bis Ende 2022 mehr als zehn E-Autos, ähnliches gilt für Seat bzw. Cupra.


 Seat-Cupra Tavascan

Bei diesem Tempo und der geballten Power muss man kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass der VW-Konzern auch im E-Bereich sehr bald eine globale Vormachtstellung erlangen wird.

 

 

 

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