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Hat der Verbrenner eine Zukunft?

Gerald Balser, 9. Juni 2021

 

Das E-Auto boomt in Deutschland. Die Wachstumsraten sind seit einigen Monaten zweistellig. Der preiswerte Kleinstwagen VW e-up! ist auf lange Zeit ausverkauft. Die vorhandenen Produktionskapazitäten können den Ansturm nicht bewältigen. Die Hersteller, die liefern können, schöpfen den Rahm ab.


VW e-up!

Quelle: VW AG


Woher kommt diese plötzliche Beliebtheit? Vor nicht allzu langer Zeit war für die meisten Autokäufer das E-Auto ein Nischenprodukt für Wohlhabende. Teslas Einstiegsmodell, das Model S, war nicht unter 80.000 EURO zu haben. Für den Normalverdiener unerreichbar. Dabei hätte das E-Auto mit den wenigen Fahrzeugteilen das Zeug zur Beendigung der unsäglichen Preisspirale im Automobilbau. Wenn da nicht der schwere und sehr teure Akku wäre, der insbesondere kleinere Fahrzeuge unverhältnismäßig verteuert. Dies waren eigentlich  gute Voraussetzungen für den Verbleib des Verbrenners.


Tesla Model S


Wenn das E-Auto überhaupt eine Chance auf dem Markt haben sollte, dann müsste dessen sehr hoher Preis zumindest auf Dieselniveau gedrückt werden. Das war bei dem riesigen Preisunterschied eine teure Idee. Das Ergebnis nennt sich Umweltbonus. Staat und Hersteller spendieren einen Betrag in Höhe von maximal 10.710 EURO brutto. Der großzügige Bonus sollte helfen, endlich den Verkauf von E-Autos anzuschieben. Die Maßnahme war ein Volltreffer. Zur Überraschung von Herstellern und Regierung begann nun ein regelrechter Run auf E-Autos. Bei den monatlichen Neuzulassungen erreichten vollelektrische Autos im Mai einen Marktanteil von 11,6 % (26.786) und die Plug-in-Hybriden von 11,8 % (27.222), also insgesamt 23,4 % (54.008). Im Vergleich dazu hat der absolute Marktführer, die Marke VW, im gleichen Zeitraum mit 45.243 neu zugelassenen Autos einen Marktanteil von 19,6 % erzielt.


Quelle: VW AG


Bei einer solchen Entwicklung glaubt eigentlich kaum noch jemand an eine Zukunft des Verbrenners. Dabei wird gerne vergessen, dass die überraschend hohen Marktanteile des E-Autos mit Subventionen erkauft wurden. Zwar hat die Regierung eine Laufzeit bis Ende 2025 versprochen, aber das dafür reservierte hohe Budget kann nicht beliebig ausgeweitet werden. Es geht eher nach dem Motto „solange der Vorrat reicht“. Das Budget könnte bei dieser Dynamik zeitlich sehr viel eher erschöpft sein. Und was ist dann? Ein E-Auto ohne Subventionen wird sich der Normalverdiener kaum leisten können. Aber auch ein Verzicht auf einen Neuwagen brächte für ihn nicht die Lösung, denn ein Wegfall der Umweltboni hätte gleichzeitig eine deutliche Verteuerung der gebrauchten Elektroautos zur Folge. Ist das die Chance für den Verbrenner? Benziner und Diesel sind so umweltfreundlich wie niemals zuvor. Wahrscheinlich eher nicht.


Eine Rettung des Elektroautos verspricht sich die Autoindustrie von der sehr viel billigeren und dennoch leistungsstärkeren und sogar leichteren Feststoff-Batterie, die Ende 2025, also zum Auslauf der Umweltprämie, marktreif sein soll. VW beschreibt die Vorteile wie folgt: "Die Technologie der Feststoffbatteriezelle gilt als der aussichtsreichste Ansatz für die Elektromobilität der Zukunft. Mit einer Feststoffbatterie würde sich zum Beispiel die Reichweite eines e-Golf von derzeit 231 (WLTP) auf ca. 750 Kilometer erhöhen. Diese Batterietechnologie bietet gegenüber der aktuell genutzten Lithium-Ionen-Batterie weitere Vorteile: höhere Energiedichte, mehr Sicherheit, bessere Schnellladefähigkeit und – vor allem – einen deutlich niedrigeren Platzbedarf. Bei gleicher Größe eines aktuellen Batteriepakets werden durch die Feststoffbatterie elektrische Reichweiten ermöglicht, die auf dem Niveau von konventionellen Antrieben liegen. 2019 hat Volkswagen ein Gemeinschaftsunternehmen mit der QuantumScape Corporation – einem Start-up der Stanford University – gegründet, um Forschung, Produktion und Vermarktung der Feststoffbatterien voranzutreiben." Die Aussichten auf diese günstige Batterie sind gar nicht so schlecht. In China und in den USA wird an dieser Technologie unter Hochdruck geforscht und entwickelt, leider in diesem Maße nicht in Europa. Deutschland hat immerhin als Produktionsstandort aufgeholt. Tesla baut gerade bei Berlin eine große Batterie-Fabrik und eine weitere Giga-Fabrik baut VW in Salzgitter. Eine zweite Batteriefabrik als Pilotanlage zur Fertigung von Feststoff-Batterien errichtet sehr bald der Volkswagen-Konzern zusammen mit dem US-Batterie-Startup Quantumscape ebenfalls in Salzgitter. Als Dritten im Bunde darf man Toyota nicht vergessen. 


Quelle: VW AG


Selbst wenn der Zeitplan für die Feststoff-Batterie nicht eingehalten werden kann, sind die Chancen für den Verbrenner eher schlecht. Für das Elektroauto hätte eine Zeitverschiebung bei der Einführung der Feststoff-Batterie lediglich einen vorübergehenden Absatz-Einbruch zur Folge. Außerdem ist zu bedenken, dass nicht Deutschland, auch nicht Europa oder die USA, sondern China mit seinem riesigen Automarkt beim Automobilbau die Richtung vorgibt. Entscheidungen Chinas haben einen großen Einfluss auf die Unternehmensstrategie von VW & Co. Die Chinesen benötigen und wollen das Elektroauto, weil ihre Mega-Städte im Smog versinken. Ein Verbot des Verbrenners in China ist daher absehbar. Gegen den langfristigen Weiterbau des Verbrenners in Deutschland spricht, dass sich die Hersteller eine Zweigleisigkeit von E-Auto und Verbrenner auf Dauer nicht leisten können. Das Deutsche Patent- und Markenamts (DPMA) in München registriert bereits anhand des Eingangs der Patentanmeldungen eine deutliche Verlagerung der Forschung und Entwicklung zulasten von Benzin und Diesel in Richtung Elektromotor. Die Tage des Verbrenners sind wohl endgültig gezählt. 




 



 


 


 

AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

www.automobilmarktdeutschland.de



Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER


 

 St. Pete, FL.

Oktober 2016

 

 

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ACHTUNG!!!

Neue Gliederung. Noch Informativer, noch aktueller.




VW-Mitarbeiter 

Gerald Balser 

 IAA Frankfurt 1973


 Zentrale Marketingplanung

Wolfsburg 1974







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