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Ladewirrwarr beim Plug-in

Gerald Balser, 14. April 2020

 

Das Aufladen von elektrischen Fahrzeugen ist nur zu Hause mit einer normalen Steckdose einfach. Komplizierter wird es bereits mit einer neu zu installierenden Wallbox, die es von 3,7 kW bis zu einer maximalen Leistung von 22 kW gibt. Entscheidend für die richtige Auswahl der Wallbox ist das zum Fahrzeug gehörende Ladekabel mit Stecker. Standardstecker in der EU ist der Typ 2 für dreiphasige Installation und Wechselstrom. Es gibt aber auch einphasige Ladekabel vom Typ 1 mit maximal 7,4 kW Leistung. Die Lösung ist die universale Buchse für Typ 1 und Typ 2. Der Plug-in-Hybrid VW Passat GTE mit seiner 13-kWh-Batterie hat ein serienmäßiges Ladekabel mit nur 2,3 kW für die Normalsteckdose. Das Aufladen dauert 5,5 Stunden. Mit dem optionalen 3,6-kW-Ladekabel für die Wallbox dauert das Aufladen nur noch 3,5 Stunden.

 

Richtig kompliziert wird es, außer Haus aufzuladen. Dort trifft man auf eine verwirrende Vielfalt von öffentlichen Ladestationen, sowohl in der Formgebung (eckige und runde Säulen bzw.  Kästen aller Größen) als auch Leistung. Die Normallladestationen am Straßenrand bzw. auf Parkplätzen sind  mit der Wallbox zu Hause vergleichbar. Sie arbeiten mit Wechselstrom (AC = Alternating Current) und benötigen i. d. R. den Typ 2-Stecker, bei einer Ladeleistung von maximal 22 kW.


Schneller geht es speziell für vollelektrische, reine E-Autos mit Gleichstrom (DC = Direct Current) bei einer Ladeleistung von 20 kW bis zu 350 kW. Üblich ist eine Ladeleistung von 50 kW. Diese Lade-stationen findet man vor allem auf den Rastplätzen der Autobahn, aber auch bei Autohäusern. Standardstecker ist die US-amerikanische Lösung CCS/COMBO2. Leider konnte man sich auf dem Nischenmarkt E-Fahrzeuge nicht auf einen einheitlichen Standard einigen.


In Konkurrenz steht die japanische Lösung CHAdeMO. Um Probleme zu vermeiden, bieten die Ladesäulen sehr häufig mehrere Auflademöglichkeiten an. Der Elektrofahrzeugbauer Tesla betreibt ein eigenes, leistungsstarkes System,  Supercharger genannt.

 

Verantwortlich für die Schnelligkeit beim Aufladen ist die Technik des E-Fahrzeuges. Es ist zwar möglich, mit einem Plug-in-Hybrid an einer Schnellladesäule aufzuladen, macht aber keinen Sinn, da es nicht schnell gehen wird. Und sollte die Schnelladesäule nach Zeit abrechnen (ist immer noch die häufigste Art der Abrechnung), wird es richtig teuer.


Eine Vielfalt gibt es auch hinsichtlich der Ladekosten. An manchen Ladesäulen ist das Aufladen sogar kostenlos, z. B. auf Parkplätzen von einigen Einzelhändlern und Hotels oder eventuell sogar beim Arbeitgeber. Zuhause zahlt man den üblichen Preis für den Haushaltsstrom. An öffentlichen Ladestationen sind die Preise für den Strom und auch die Art der Abrechnung sehr unterschiedlich. Es wird abgerechnet per verbrauchte Kilowattstunde oder per Zeiteinheit. Barzahlung geht natürlich nicht. Zurzeit gibt es drei Möglichkeiten, seinen Strom zu zahlen:

  • Bezahlen mit der Ladekarte eines Anbieters,
  • Zahlung mit EC- oder Kreditkarte,
  • Digitale Zahlung mit der App.
Und schon bald werden die Authentifizierungsdaten im Auto hinterlegt sein. Dann müssen diese nur noch mit einer Ladestation verbunden werden.


 

 

 


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