Mildhybride (MHEV)


Der Mildhybrid (Mild Hybrid Electric Vehicle=MHEV), also das Benzinauto mit einem zusätzlich eingebauten kleinen Elektromotor, sollte ursprünglich die Alternative für das sparsame Dieselfahrzeug sein. Der Elektromotor führt zu einer Leistungssteigerung (booster) des Benzinautos, er unterstützt also bei der Beschleunigung und erlaubt den Einbau kleinerer Verbrennungsmotoren (Downsizing) und führt letztlich zu einem geringeren Benzinverbrauch. Für ein rein elektrisches Fahren wollte und sollte dieses Auto nicht eingesetzt werden. Dazu ist es auch nicht geeignet. Somit zählt der Mildhybrid auch nicht zu den alternativen Antrieben.

Ein weiterer Vorteil zeigte sich im Zuge der sich ständig verschärfenden Abgasvorschriften, denn mit diesem Auto sind die niedrigen Grenzwerte für Emissionen bei Verbrennungsmotoren viel leichter zu erfüllen. Neuere Mildhybrid-Autos generieren beim Bremsen (Rekuperation) bzw. im Schiebeantrieb zusätzlich Strom (Mikrohybrid). Der Aufwand bei der Produktion eines 
Mildhybrid-Autos ist gering und der Aufpreis für ein solches Auto somit sehr niedrig. Das Angebot an Mildhybrid-Fahrzeugen ist zurzeit noch relativ gering. Dies dürfte sich aber sehr bald ändern, denn neben den japanischen haben inzwischen auch die deutschen Autobauer die Vorteile des Mildhybrids erkannt und drängen auf den Markt.

Bei großen, leistungsstarken Fahrzeugen könnte der Einbau zusätzlicher kleiner Elektromotoren sehr bald zum Standard werden. Da selbst VW den neuen VW Golf VIII als 48-Volt-Mildhybrid anbietet, könnte die starke 48-Volt-Batterie des Mildhybrid sehr bald die heute noch übliche 12-Volt-Batterie ersetzen.




 Vollhybride (FHEV)

Im Gegensatz zum Mildhybrid-Auto kann das Vollhybrid-Auto (Full Hybrid Electric Vehicle=FHEV) kurze Strecken rein elektrisch fahren (serieller Hybrid). Voraussetzung dafür ist allerdings ein größerer Akku. Die Möglichkeit einer Aufladung von außen hat aber auch der Vollhybrid nicht. Der Akku wird vom Verbrennungsmotor geladen. Aus diesen Gründen ist für die Bundesregierung auch das Vollhybrid-Auto keine Alternative und gibt folgerichtig beim Kauf eines Vollhybrid-Autos auch keine finanzielle Hilfe. Diese hat dieses Auto bis heute scheinbar auch gar nicht nötig, denn es war in Deutschland im Jahre 2017 mit Abstand das meistverkaufte Auto mit einem elektrischen Antrieb.

 

Marktführer im Segment FHEV ist mit Abstand der Toyota-Konzern. Toyota könnte allerdings einer der Verlierer der neuen Entwicklung werden. 



Plug-in-Hybride (PHEV)

Die Schwächen des Elektroautos bzw. des Vollhybridautos will das neu entwickelte Plug-in-Hybridauto (Plug-in-Hybrid Electric Vehicle = PHEV) ausgleichen. Das PHEV könnte man als eine Art Vorstufe zum Elektroauto bezeichnen, denn dieses Auto besitzt neben einem konventionellen Verbrennungsmotor einen vollwertigen E-Motor sowie einen großen Akku. Das PHEV lässt sich rein elektrisch fahren und über das Stromnetz aufladen. Der Verbrennungsmotor wird wirksam, sobald die Batterie leer ist (serieller Hybrid) bzw. dient während der Fahrt als Generator. Die Reichweite von zurzeit lediglich ca. 50 km reicht allerdings nur für Fahrten innerhalb des Stadtbereichs aus. Da ca. 80 % aller im Alltag gefahrenen Strecken innerhalb seiner Akku-Reichweite liegen, kann das PHEV dennoch zumeist ausschließlich mit Elektromotor gefahren werden. Der  Plug-in-Hybrid liegt zurzeit im Trend, da nur mit diesem Fahrzeug die immer strengeren Grenzwerte beim Stickoxid erfüllt werden. Sollte dies nicht gelingen, drohen den Herstellern Millionen und sogar Milliarden Euro an Strafzahlungen.  Dies hat zur Folge, dass jeder Hersteller versucht, möglichst viele seiner Verbrenner zu PHEVs umzubauen. Inzwischen werden sogar reine Reise- und Dienstwagen als PHEV angeboten. Diese vorzugsweise auf der Autobahn fahrenden Pkws tanken heute vor allem Diesel, der ersetzt werden soll. Die Zweigleisigkeit verteuert das PHEV allerdings in der Anschaffung deutlich. Durch die Umweltprämie wird der Preisnachteil allerdings ausgeglichen.


Bisher stand beim PHEV der Verbrennungsmotor im Vordergrund. In das konventionelle Auto wird ein zusätzlicher Elektromotor eingebaut. Zukünftig könnte sich die Strategie umkehren. Ausgehend vom noch nicht vollwertigen E-Auto könnte zum Ausgleich der systemischen Schwächen ein kleiner Verbrennungsmotor zur Anwendung kommen. Die Mehrkosten wären überschaubar. Vorgemacht hat es bereits BMW mit seinem Sportwagen i8, nachgezogen  hat Volvo mit seinem brandneuen Polestar 1, der immerhin 150 km rein elektrisch fahren kann.



 


AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

www.automobilmarktdeutschland.de



Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER

St. Pete, FL, Oktober 2016

 






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VW-Mitarbeiter 

Gerald Balser 

IAA Frankfurt 1973



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