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Leasen anstatt kaufen

Gerald Balser, 7. Juni 2020

 

In Deutschland einen Neuwagen zu kaufen, ist nicht ganz einfach. Da die Hersteller glauben, dem Käufer ein maßgeschneidertes Auto anbieten zu müssen, beginnt der Stress bereits mit der Konfiguration am heimischen Computer. Die Liste an Sonderausstattungen und Ausstattungspaketen ist ellenlang, eine fehlerfreie Auswahl ohne die professionelle Hilfe des Verkäufers kaum möglich. Letztlich dient die Figuration lediglich der eigenen Information, da eine Online-Bestellung immer noch Zukunftsmusik ist. Am Ende des erneuten Durchwurschtelns am Computer des Verkäufers und den Hinweisen auf zusätzliche, sehr sinnvolle Features steht das Wunschauto, dessen Preis mit dem verlockenden Grundpreis des Modells herzlich wenig zu tun hat. So mancher Kunde ist geschockt. Das ursprünglich angesetzte Budget kann zumeist nicht eingehalten werden. Der Verkäufer versucht den Kunden durch einen attraktiven Hauspreis zu beruhigen. Auch dieser ist dem Kunden aber immer noch zu hoch.

 

Kein Problem für den Verkäufer. Der Kunde müsse sein Sparkonto nicht leerräumen. Er bietet dem verunsicherten Kunden einen Leasing-Vertag mit sehr niedrigen monatlichen Leasing-Raten an. Im nachstehenden Beispiel muss der Kunde für ein gut ausgestattetes Fahrzeug der Golf-Klasse mit einem Listenpreis von 35.000 Euro, bei einer Laufzeit von 36 Monaten, einer jährlichen Kilometerleistung von 10.000 km und einem Zinssatz von 3,0 % im Jahr nur 199 Euro im Monat Leasing-Rate bezahlen. Klingt sehr verlockend.

 

Leasing-Beispiel


Zinssatz 3,0 %

36 Monate

10.000 km/Jahr

 

Preise

Kosten für

3 Jahre

Monatliche

Kosten

Listenpreis

35.000

 

 

Anzahlung (20 %)

 

7.000

 

Kapitalbedarf

28.000

 

 

Zinsen (3,0 %)

 

2.520

70

Restwert (57,656 %)

23.345

 

 

Tilgung

 

4.655

129

Leasingrate

 

 

199

Gesamtkosten

 

14.175

394

 

Die großen Vorteile des Leasing: der Kunde bleibt flüssig, die monatliche Belastung ist niedrig, alle drei bis vier Jahre bekommt er ein neues Auto, der Abnehmer und der Verkaufspreis sind bekannt. Dabei wird gerne verschwiegen, dass der vom Händler angebotene Hauspreis seine Gültigkeit verliert, Basis für den Leasing-Vertag ist der Listenpreis, den beim Barkauf eigentlich niemand zahlt. Der Händler wird vom Verkäufer eines Autos zum Vermittler eines Leasingvetrages mit dem Hersteller. Bestandteil der Leasingrate sind die unmerklichen Zinszahlungen, die sich in unserem Bespiel in drei Jahren auf 2.520 Euro addieren, also auf 70 Euro im Monat und die Tilgung des Kredits in Höhe von 4.655 Euro als Differenz von Kapitalbedarf und Restwert, monatlich 129 Euro.

 

Die Leasingrate in Höhe von 199 Euro ist der Annuität eines Bankkredits ähnlich, die sich ebenfalls aus den monatlichen Zinszahlungen und der monatlichen Tilgung zusammensetzt, allerdings bei einer abnehmenden Kreditsumme. Die tatsächlichen Kosten in meinem Beispiel liegen mit 394 Euro im Monat deutlich über der Leasingrate von 199 Euro, denn man darf die Anzahlung in Höhe von 20 % des Listenpreises nicht vergessen. Diese 7.000 Euro reduzieren zwar den Kapitalbedarf und damit auch die absoluten Zinszahlungen sowie die Höhe der Tilgung, gehen aber komplett in die Kostenrechnung ein. Alle drei Positionen (7.000 Euro Anzahlung, 2.520 Euro Zinsen und 4.655 Euro Tilgung) addieren sich in den drei Jahren auf eine Gesamtsumme in Höhe von 14.175 Euro, also auf 394 Euro im Monat. Jetzt ist das Angebot des Verkäufers nicht mehr ganz so verlockend. Zurecht, denn bei einem Barkauf hätte der Käufer bei einem Rabatt von 10 % auf den Listenpreis von 35.000 Euro immerhin satte 3.500 Euro gespart. Dazu kommen die Zinszahlungen beim Leasing in Höhe von 2.520 Euro, macht zusammen 6.020 Euro Differenz.

 

 

 


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