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Blaumann und ewig schmutzige Hände
Gerald Balser, 14. April 2022

Endlich hat man es zur Kenntnis genommen, in Deutschland fehlen die Handwerker. Die Betriebe suchen händeringend nach zusätzlichen Kollegen und natürlich auch nach Auszubildenden. Die Begriffe Headhunter und Handgeld kennt man nun auch im Handwerk. Kurzfristig geht z. B. im Kfz-Handwerk zurzeit gar nichts, selbst in Notfällen nicht. Was ist bei uns schiefgelaufen? Warum scheint das Handwerk bei uns unattraktiv zu sein? Gilt die Redewendung „Handwerk hat goldenen Boden“ heute nicht mehr? Vor nicht allzu langer Zeit war bei jungen Männern der Kfz-Mechaniker ein Traumberuf. Den negativen Trend konnte auch die Umbenennung in Kfz-Mechatroniker nicht stoppen. Der Verlust an positivem Image begründet sich durch unsere verkopfte Gesellschaft. Wer in der Werkstatt arbeitet, der trägt einen Blaumann und hat ewig schmutzige Hände. Zudem herrscht die Überzeugung vor, dass man mit seiner Hände Arbeit nicht reich werden kann, lieber einmal gehandelt als den ganzen Tag gearbeitet.

Nicht unschuldig an dieser Misere ist aber auch unser Bildungssystem, das eindeutig als höchstes Ziel das Abitur ansteuert. Die beeinflussten Eltern haben bei der Bildung einen Tunnelblick entwickelt. Der Sohn oder die Tochter muss Abitur machen. Der Mensch fängt anscheinend erst beim Akademiker an. Folge daraus: 51 % eines Jahrganges erwirbt inzwischen die Eintrittskarte für unsere Universitäten und die sind von dem Ansturm überfordert. Der Numerus Clausus wurde erfunden. Der liegt im Bereich Medizin bei 1,0. Die verständnisvolle Lehrerschaft will den Schülern die Zukunft nicht verbauen und veränderte bei der Notengebung die Gaußsche Normalverteilung. Kein Wunder, dass ein immer größer werdender Teil der Abiturienten den unfassbaren Notendurchschnitt von 1,0 erreicht. Aber ehrlich, kann nur ein Top- Oberschüler ein guter Arzt oder Chirurg werden?

Bei über 50 % Abiturienten darf die Allgemeine Hochschulreife angezweifelt werden. Die frischen Semester müssten erst einmal für die gewählte Fachrichtung studierfähig gemacht werden. Ein bzw. zwei Vorsemester wären mit Sicherheit sehr hilfreich. Wenn sich die Universitäten ihren Nachwuchs, ähnlich wie die Unternehmen in der freien Wirtschaft, selbst aussuchen würden, könnte der Numerus Clausus abgeschafft werden. Daran haben die Unis, aber auch die FHs wegen der anfallenden Mehrarbeit wahrscheinlich kein Interesse.

Ist der Ausbildungsberuf Kfz-Mechatroniker tatsächlich nur etwas für Hauptschulabgänger? Was ist mit den Realschülern? Sind die zu schade für das Kfz-Handwerk? Dabei bietet das Handwerk insbesondere Top-Schülern hervorragende Zukunftsaussichten. Die können ihre Ausbildung verkürzen und bereits nach zwei Jahren die Ausbildung als Geselle beenden. Danach kann es flott weitergehen. Im Idealfall kann man mit 20 Jahren seinen Meister machen. Wenn es darum geht, sich selbständig zu machen, dann bietet gerade das Handwerk die besten Chancen. Ein gleichalter Student schlägt sich als Bedienung in der Studentenkneipe bzw. als Taxifahrer durch und bleibt vielleicht in seinem Studentenjob hängen.

Abiturienten wollen zumeist studieren, wissen aber häufig nicht welche Fachrichtung. So ist es keine Überraschung, dass in Deutschland die Quote der Studienabbrecher an Universitäten mit 33 % besonders hoch liegt. Wegen der fehlenden Studiengebühren lässt sich das verschmerzen. Die Mindeststudiendauer von 8 Semestern steht nur auf dem Papier. Studiert wird deutlich länger. Und was kommt danach? Ärzten, Ingenieuren und Informatikern steht die Welt offen, aber was ist mit den anderen? Die landen häufig in der Praktikumsschleife. Was ist nun mit dem vermeintlichen Königsweg akademische Ausbildung? Der Begriff „akademisches Proletariat“ greift um sich. Das traditionelle Humboldt’sche Bildungsideal konnte sich Deutschland so lange leisten, als der Anteil der Abiturienten maximal 5 % eines Jahrganges betrug, als dem Studenten jedes Studienfach offenstand und als Diplomierte sich um eine Festeinstellung keine Sorgen machen mussten.

Die allgemeine Bildung als Selbstzweck ist überholt und die braucht dringend einen engeren Bezug zur Praxis. Ausgerechnet der Oberstudienrat mit der Einstellung auf Lebenszeit und mit dem für ihn so typischen Lebenslauf „Schule, Uni, Schule“ berät seine Schüler und soll die auf das Berufsleben vorbereiten. Hier spricht der Blinde von der Farbe. Der schaut aber immer noch gerne auf den Praktiker, den Gewerbelehrer bzw. den Fachlehrer der berulichen Schule, hinab. "Für das Leben, nicht für die Schule, lernt der Schüler." Die Schüler wussten es schon immer besser.

Den fehlenden Bezug zur Wirtschaft und zum Handwerk kann sich die schulische Bildung nicht länger leisten. In der Öffentlichkeit gibt es immer noch die Vorstellung, dass das Beruflichen Gymnasium nur zum Fachabitur führt. Ein Fachabitur, bei dem man nur eine bestimmte Fachrichtung studieren darf, gibt es überhaupt nicht. Selbst der Abschluss einer Fachoberschule vergibt eine Allgemeine Fachhochschulreife, d. h. es kann auf der Fachhochschule jedes Fach studiert werden. Seit der Einführung von Bachelor und Master nach dem Bologna-Modell nehmen die Universitäten auch Absolventen der Fachoberschule auf. Das hat ganz pragmatische Gründe. Die Unis fragen sich zurecht, wenn ein Student der Fachhochschule mit bestandenem Bachelor auf die Uni wechseln darf, warum dann nicht gleich?

Berufliche Schulen dürfen nicht länger als zweite Wahl betrachtet werden, wo die weniger Erfolgreichen des allgemeinen Schulsystems schließlich landen. Eine Gleichstellung beruflicher und allgemeiner Bildung ist überfällig. In der heutigen, modernen Zeit dürfen Fächer, wie z. B. Wirtschaft und Technik nicht als Spezialwissen betrachtet werden. Dagegen spricht die Lebenserfahrung. Die Themen Wirtschaft und Technik begegnen uns tagtäglich. Die Bildungspolitik sollte daraus endlich die Konsequenzen ziehen und die allgemeine mit der beruflichen Bildung stärker verzahnen. Der Unterricht der 9. bzw. 10. Stufe der Hauptschule und der der 10. Stufe der Mittelschule könnte in den sehr gut ausgestatteten Beruflichen Schulen stattfinden. Die Lehrer dort kommen zumeist aus der Praxis und haben einen direkten Bezug.



 

 



 


 


 

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