Der VW Golf darf nicht sterben.

Gerald Balser, 10. Januar 2021

 

Alles begann im Jahre 1974. Es war eine automobile Revolution, zumindest in Wolfsburg. Endlich gab es einen hoffnungsvollen Nachfolger für den legendären VW Käfer – der VW Golf. Sehr spät arbeiteten die VW-Ingenieure an der neuen Konzeption – ein kompaktes Heckklappen-Auto mit wassergekühltem Frontmotor und Frontantrieb, also imgrunde das genaue Gegenteil des Käfers.  Fiat und Simca waren die Vorreiter. Der Golf begründete bei VW die Tradition, sich Zeit zu lassen und die Fehler der Konkurrenz zu korrigieren, um danach die Marktführerschaft zu übernehmen. 


Der Ur-Golf Generation 1974

 

Was niemand für möglich gehalten hat, wurde Wirklichkeit. Der Golf allein war in der Lage, die Nachfolge des Käfers komplett anzutreten. 20 Jahre später, im Jahre 1994 feierte VW seinen 25-millionsten Golf. Er wurde nur innerhalb weniger Jahre zum Weltmeister. Seit Ende 2020 gibt es den Golf als 8 Generation. Es ist der beste Golf, den es je gab. Und dennoch steigen gewaltige Gewitterwolken auf. Wird dieses Fahrzeug sehr bald das Schicksal des Käfers ereilen, ausgerechnet im Zenit seiner umwelt- und automobiltechnischen Möglichkeiten? 


Der neue Golf 8

 

Zwar ist der Golf immer noch mit Abstand das Auto mit den höchsten Zulassungen, aber die Verkaufszahlen sinken schon seit vielen Monaten. Nicht gerade förderlich für eine Verbesserung war die offizielle Vorstellung des vollelektrischen ID.3 als den Nachfolger des Golfs. VW glaubt also selbst nicht an ein Überleben des Verbrenners. Folglich konzentriert VW seine zukünftigen Investitionen eindeutig auf den Elektromotor als den Anrieb der Zukunft. Die Weiterentwicklung des Verbrenners steht auf Sparflamme. 


Der zukünftige Nachfolger des Golf - der neue ID.3



VW hat viel früher als die anderen deutschen Hersteller die Illusion verloren, den geringer eingeschätzten E-Motor zu verhindern. Die bösen Erfahrungen aus dem Dieselskandal hat VW gelehrt, dass eine wild entschlossene Regierung nicht umzustimmen ist und schon gar nicht auf europäischer Ebene.  Und die Politik drückt gewaltig auf die Tube. Der Golf und der Verbrenner insgesamt sind in die Presse geraten. Auf der einen Seite werden die Emissionsgesetzte demnächst so sehr verschärft, dass deren Einhaltung nur mit einem enormen technischen und kostspieligen Aufwand erreicht werden kann. Andererseits haben schon einige Staaten, auch in Europa, ein Verbot der Neuzulassung des Verbrenners in wenigen Jahren angekündigt.  


 Der zukünftige Nachfolger für den Tiguan - der neue ID.4


VW hat natürlich ein Interesse daran, die teure Zweigleisigkeit aufzugeben und dann nur noch, wie das große Vorbild Tesla, sich auf das E-Auto konzentrieren zu können. Insofern ist die Vorstellung des neuen ID.3 als den vollelektrischen Nachfolger des Golfs zutreffend. Ganz offiziell wird auch der ID.4 als der Nachfolger des Tiguan bezeichnet. VW gibt ganz offen zu, dass Schritt für Schritt jeder Verbrenner ein vollelektrisches Gegenstück bekommen wird. Alle werden mit dem Erkennungszeichen ID beginnen und als Namen lediglich eine Ziffer bekommen, einfalls- und beziehungslos. Wenn man schon kein Geheimnis aus der Nachfolge macht, warum hat man hinter dem ID nicht den Namen des erfolgreichen Verbrenners gestellt (ID.Golf, ID.Tiguan, ID.Passat, usw.)? Ein schrecklicher Gedanke, dass diese für VW so wichtigen Namen sehr bald verschwinden könnten.


Bildquelle: VW AG 

 


AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

www.automobilmarktdeutschland.de



Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER

St. Pete, FL, Oktober 2016

 






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