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Nomen est Omen


Gerald Balser, 29. Mai 2022


Die Menschen lieben Namen: Vornamen, Nachnamen, Dorfnamen Spitznamen, Schiffsnamen, ICE-Namen, Namen für Wander- und Radfahrwege, für Schuhe und Hosen und für Automobile. „Nomen est Omen - der Name ist ein Zeichen“, d. h. der Name stellt bestimmte Assoziationen her. Speziell beim Auto soll der Name zum Produkt passen und ausschließlich positive Assoziationen herstellen. Da verwundert es nicht, dass die Namensgebung beim Auto auf unserem globalen Markt recht kompliziert ist. Premium-Marken wie Mercedes (A-, B- C-Klasse usw.), BMW (1er, 2er, 3er, usw.) und Audi (A1, A2, A3, usw.) scheuen diesen Aufwand und suchen Ihr Heil in einer Kombination aus Zahlen plus eventuell zusätzlichen Buchstaben. Auch VW hatte sich anfänglich für eine solch einfache Lösung entschlossen. Bei den Kunden kam die mathematische Systematik der VW-Ingenieure nicht an. Die gebräuchlichen Namen Käfer (1200 Typ1), Bulli (T2 Typ2), Variant (die Variante 1500 TL -Touren Limousine - Typ3 war nur hässlich und verkaufte sich sehr schlecht) und Nasenbär (411 Typ4) waren Erfindungen der Öffentlichkeit.

Mit dem Wechsel des Konzeptes vom wassergekühlten Heckmotor zum luftgekühlten Frontmotor in den 70er-Jahren wechselte VW bewusst auch sein Namenskonzept. Die ersten Namen waren die der noch heute so erfolgreichen Modelle Passat, Golf und Polo. Der Erfolg der VW-Namensgebung hat viele Hersteller angeregt, dem Beispiel VW zu folgen. Dies hatte zur Folge, dass beim Automobil passende Namen inzwischen Mangelware sind. Bei dem einen oder anderen Hersteller ufert die Namensgebung aus. Der Drang, alle vermeintlich wichtigen Produktinformationen im Namen unterzubringen, generiert regelrechte Monsternamen: „Renault Megane Grandtour E-Tech Plug-in-Hybrid“ , „Land Rover Range Rover Evoque Plug-in-Hybrid“, „Mitsubishi Eclipse Cross Plug-in-Hybrid“.

Im Wechsel vom Verbrenner zum E-Mobil sehen viele Hersteller die Gelegenheit, wieder zur unkomplizierten Zahlensystematik zurückzukehren. Model S, 3 und Y heißen die vollelektrischen Modelle von Vorreiter Tesla. Getreu seinem großen Vorbild entschied sich VW bei den neuen vollelektrischen Autos für eine Flucht aus der schwierigen Namensgebung hin zur einfachen Zahlenreihe als Modellbezeichnung. Das bisherige Ergebnis: die nüchternen Ziffern 3, 4 und 5. Das vorgestellte ID. gilt als Erkennungszeichen für einen vollelektrischen VW. Begeistern bzw. Emotionen wecken können diese kühlen, technokratischen Modellbezeichnungen nicht. Leider sehen die neuen E-Autos auch wenig Emotionen weckend aus. Glaubt man bei VW, die leisen E-Autos wären nur etwas für nüchterne Umweltschützer? Es gibt aktuell genügend Gegenbeispiele. Einen großen Schaden dürften die nichts sagenden E-Namen dennoch nicht verursachen, war doch die Namensgebung bei den vielen Verbrenner-Modellen konzeptionell in die Sackgasse geraten. Die Vorgabe, alle SUVs mit einem T beginnen zu lassen, war grundsätzlich keine schlechte Idee. Leider hatte man den Van „Touran“ vergessen. Hinzu kommt, dass die Namen T-Rock und T-Cross bzw. Tiguan und Touareg sprachlich kaum auseinander zu halten sind. In jüngster Zeit hat sich auch noch ein Taigo dazu gesellt.

Bei dem Feuerwerk neuer VW-E-Modelle in den nächsten Jahren und dank des elektrischen Baukastens ist VW in der Lage, mit geringem Aufwand die Modellreihen breit und tief zu diversifizieren. Damit lohnt sich endlich für den Massenhersteller auch der Bau von Nischenmodellen. Die Zahlenreihe 0 bis 9 wird für die zu erwartende große Zahl an Modellen kaum ausreichen. Dann wird es ohne zusätzliche Namen nicht gehen. Der ID.Buzz ist bereits der erste Ausreißer.

 

 



 


 


 

AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

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Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER


 

 St. Pete, FL.

Oktober 2016

 

 

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VW-Mitarbeiter 

Gerald Balser 

 IAA Frankfurt 1973


 Zentrale Marketingplanung

Wolfsburg 1974







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