Wie gut ist der neu geliftete Plug-in-Hybrid VW Passat GTE Variant?

Gerald Balser, 22. April 2020

 

„Plug-in-Hybrid“ könnte das Wort des Jahres werden. In den letzten Monaten kam fast täglich ein PHEV (Plug-in-Hybrid Electric Vehicle) auf den Markt. Inzwischen gibt es keinen Hersteller ohne einen Plug-in-Hybrid im Angebot. Nicht ohne Grund: Die europäischen Flottenziele 2021 beim Verbrauch könnten ohne E-Autos niemals erreicht werden. Es drohen den Herstellern Strafen in Milliardenhöhe.

 

Die Nachfrage nach E-Auto aller Art, vor allem nach dem Plug-in-Hybriden ist im neuen Jahr gestiegen, nicht zuletzt aufgrund der Umweltprämie. VW hat beim neuen Passat GTE fünfmal mehr Bestelleingänge gegenüber dem Vorgänger. Jeder siebte Passat-Kunde in Deutschland wählt mittlerweile den Plug-in-Hybrid. Angesichts dieses Hypes um den Plug-in-Hybrid ist der GTE, der bereits seit 2014 gebaut wird, wieder hoch aktuell. Ein großes Fragezeichen ist allerdings, wie sich die aktuelle Corona-Pandemie auf das Kaufverhalten auswirken wird.

 

Was ist anders beim neuen VW Passat GTE Variant?

  1. Front- und Heckstoßfänger sind sportlicher,
  2. das Kühlerschutzgitter ist neu gestaltet,
  3. der  Modellschriftzug „PASSAT“ ist mittig im Heck positioniert,
  4. neu gestaltetes Multifunktionslenkrad,
  5. LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten,
  6. neuer Infotainment-Baukasten: immer online Dank fest verbauter SIM-Karte, Navigationssystem mit Echtzeit Verkehrsdaten,
  7. ein neuer kompakterer und leichterer 13-kWh-Lithium-Ionen-Akku (bisher 9,9 kWh),
  8. vergrößerte elektrische Reichweite von 50 km auf 70 km nach der ehemaligen NEFZ-Norm erhöht (entspricht einer Reichweite von 56 km nach der aktuellen WLTP-Norm),

 

Für welche Zielgruppen macht der Kauf eines GTE Sinn?

Grundsätzlich ist jeder elektrisch und somit emissionsfrei gefahrene Kilometer zu begrüßen. Personen, die auf Benziner oder Diesel verzichten und sich bewusst einen Plug-in-Hybrid kaufen, sind häufig potentielle E-Auto-Käufer, die sich aber noch nicht trauen, das „Experiment reines E-Auto“ einzugehen und sich gerne ein Hintertürchen offen lassen. Im speziellen Fall des VW Passat GTE kann es aber auch den Grund haben, dass VW in der Mittelklasse noch kein reines E-Auto anbietet. Mit dem GTE lassen sich schon einmal die Vorteile des E-Autos entspannt ausprobieren. VW spricht hier von dem Besten aus zwei Welten.

 

Für die sich der Kauf des GTE finanziell richtig lohnt, sind die Berufspendler. Wer mit seinem GTE morgens zur Arbeit fährt und ihn während der Arbeit auf dem Parkplatz des Arbeitgebers evtl. sogar kostenlos auflädt, kann pro Tag die maximale Reichweite des GTE ausnutzen. Besitzt der Pendler eine „Wallbox“, um seinen GTE über Nacht aufzuladen, dann wird er eine Tankstelle recht selten aufsuchen müssen. Sollte der GTE-Fahrer auf dem Dach seines Einfamilienhauses sogar eine Photovoltaik-Anlage installiert haben, dann fährt er dieses Auto nahezu kostenfrei.

 

Eigentlich ist der VW Passat das ideale Mittelklassefahrzeug für lange Strecken. Daher ist der Dieselmotor bei diesem Fahrzeug so beliebt. So verwundert es eigentlich nicht, dass die größte Zielgruppe des Passat die Dienstwagen- bzw. Firmenwagenfahrer sind. Um diese Zielgruppe zum Kauf eines GTE zu bewegen, müsste man entweder den Diesel gänzlich verbieten oder dem Käufer wirtschaftlich unschlagbare Vorteile anbieten. Ein Verbot konnte bisher politisch nicht durchgesetzt werden, also locken Hersteller und Staat mit einer Umweltprämie in Höhe von 4.500 € und mit dem halbierten Steuersatz von 0,5 Prozent monatlich als geldwerten Vorteil.

 

Was kostet der VW Passat GT Variant im Unterhalt?

Der Verbrauch des VW Passat GT Variant beträgt im Mix laut VW 1,6 l Benzin und beim reinen Elektrobetrieb 14,7 kWh Strom. Sehr aussagekräftig sind diese Werksangaben nicht und 1,6 l klingt eigentlich zu gut, um wahr zu sein. Wer stets elektrisch fährt und zu Hause auflädt, hat im Stadtbereich bei einem Verbrauch von rund 15 kWh/100 km und einem Haushalts-Strompreis von ca. 0,30 € pro kWh Kosten in Höhe von 4,50 € pro 100 km, nicht viel Geld für ein Kombi der Oberen Mittelklasse. Wer nicht in der Stadt, sondern weit außerhalb auf dem Land lebt, also nur wenig mit Strom fährt, hat gegenüber dem reinen Benziner zunächst sogar einen Nachteil, denn E-Motor und vor allem der Akku bringen Zusatzgewicht und das kostet zusätzlichen Sprit. Die Lademöglichkeit des GTE während der Fahrt, ähnlich die eines Vollhybriden, verbraucht ebenfalls zusätzliches Benzin. Die theoretische Verbrauchsangabe von 1,6 l Benzin klingt daher unglaubwürdig. Dennoch sind 1,6 l tatsächlich zu erreichen, wenn ungefähr zu 80 % im Elektro-Modus gefahren wird. Wenn bei einer Jahresleistung von 10.000 km lediglich 2.000 km mit Benzin gefahren würden, läge der Benzinverbrauch bei ca. 160 l (8,0 l für 100 km). Berechnet wird aber auf die insgesamt gefahrenen 10.000 km und somit kommt man auf die phantastischen 1,6 l Verbrauch.

 

In der Anschaffung ist der GTE aber wegen der zwei Motoren und der zwei Techniken deutlich teurer (45.810€) als ein vergleichbarer reiner Benziner (37.640€ ) und auch als der technisch ebenfalls aufwendige Diesel (41.000€). Zieht man vom Listenpreis des GTE die Umweltprämie in Höhe von 4.500 € ab, dann verbleiben 41.310 €. Der GTE rückt dadurch preislich auf Diesel-Niveau.

 

Wie fährt sich der neue VW Passat GTE Variant?

Käufer von Autos der Mittelklasse legen großen Wert auf Sicherheit und Komfort und VW kann diese Wünsche wie kaum ein anderer Hersteller erfüllen. Dabei waren die meisten Features vor wenigen Jahren den Luxusfahrzeugen vorbehalten.

 

Den verschlossenen Test-Passat kann ich dank „Keyless Access“ mit dem Autoschlüssel in der Hosentasche öffnen und den Motor per Starterknopf anlassen. Der Blick vom elektrisch verstellbaren ergoKomfortsitz mit Memory-Funktion auf das Digital-Cockpit mit mehrfarbigen Display, der Mittelkonsole mit Radio-Navi-Display und dem Multifunktionslenkrad ist mir trotz kleiner Änderungen als VW-Fahrer wohl vertraut. Was für den absoluten Individualisten ein Greul, ist für einen Pragmatiker eine große Hilfe. Dem VW-Baukasten sei Dank, eine detaillierte Einweisung benötige ich nicht. Der Akku ist in dem Stauraum unterhalb des Kofferraums untergebracht. Auch wenn dadurch ein wenig Laderaum verloren geht, ist der GTE Variant immer noch ein richtiger Lastenesel. Den geräumigen Innenraum, auch im Fond, kennt man vom Vorgängermodell.

 

Der GTE startet immer rein elektrisch, absolut leise und in jedem Fall ruckelfrei. Im Stadtbereich bleibe ich im E-Modus, denn die untere Taste links neben dem Schalthebel ist ideal für Fahrten für die Stadt bzw. für den absoluten Nahbereich. Das Thema Fahrverbot in der Innenstadt interessiert mich bei der Zero Emission meines GTE überhaupt nicht. Dieser umweltschonende Modus wird so lange beibehalten, bis entweder der Akku leergefahren ist oder die Geschwindigkeit von 140 km/h überschritten wird oder manuell ein anderer Modus aktiviert wird. An die Stille muss ich mich erst gewöhnen. Beim Start an der Ampel wirkt der Passat äußerst agil. Nicht die Höchstgeschwindigkeit, die Beschleunigung im unteren Bereich ist die Stärke der E-Autos.


Bei der Suche nach einem geeigneten Parkplatz hilft der Parkassistent. Er signalisiert mir, ob die Lücke zwischen den Fahrzeugen groß genug ist. Zum Einparken muss der Fahrer nur noch das Pedal für Gas und Bremse betätigen, alles andere übernimmt das Fahrzeug selbständig. Erstmals hilft der Passat auch beim quer Einparken im Parkhaus. Der Ausparkassistent macht mich auf Autos hinter dem eigenen Fahrzeug aufmerksam und führt zur Verhinderung eines Unfalls einen Bremseingriff durch. Ähnlich verhält es sich mit der City-Notbremsung. Der Notbremsassistent "Front Assist" mit Fußgängererkennung kann bei einem drohenden Auffahrunfall helfen, die Unfallschwere zu mindern oder - im Idealfall - den Unfall zu vermeiden. Er kann Fußgänger und Fahrzeuge auf der Fahrbahn erkennen und bei erkannten Fußgängern und Fahrzeugen den Fahrer rechtzeitig warnen. Falls daraufhin nicht reagiert wird, leitet das System eine Notbremsung ein. Darüber hinaus wird der Fahrer bei nicht ausreichender Pedalbetätigung mit maximaler Bremskraft unterstützt. Diese Funktion habe ich aber nicht simuliert.

 

Gespannt war ich vor dem ersten Aufladen des Akkus. Keine Probleme hatte ich bei der Aufladung zu Hause über Nacht. Es reicht eine einfache Steckdose. Allerdings dauert das Laden der kleinen 13-kWh-Batterie ca.   5 Stunden, da mit dem serienmäßigen Ladekabel mit nur 2,3 kW aufgeladen wird. Experten raten aber von dieser einfachen Lademethode ab, da das häusliche Stromnetz auf Dauer darunter leiden könnte.


Besser wäre es, eine Wallbox zu installieren. Mit dem 3,6-kW-Ladekabel ist der GTE dann in nur noch 3,5 Stunden aufgeladen. Falls ich mich mit einer Aufladung von 80 % zufrieden gebe, benötigt der GTE dann sogar nur noch 2,5 Stunden.


Das Laden des GTE an öffentlichen Schnellladestationen (Gleichstrom) ist mit dem schwachen 3,6-kW-Ladekabel zwar möglich, dauert aber genauso lang wie bei der Wallbox. Somit macht ein Aufladen an einer Schnellladesäule, z. B. auf einem Autobahnrastplatz, keinen Sinn, zumal diese Säule für Stunden blockiert würde, erst recht nicht, wenn nach Zeit abgerechnet wird. Viele Handelsunternehmen, wie z. B. Ikea, Kaufland, Liedl, EDEKA bieten auf ihren Parkplätzen immer häufiger kostenloses Aufladen an. Ikea hat zurzeit weit über 100 Ladesäulen, hauptsächlich mit 20 oder 22 Kilowatt Leistung. Eine gute Idee, in aller Ruhe einzukaufen, während das Auto aufgeladen wird.

 

Außerhalb der Stadt drücke ich die mittlere Taste Mode, den Hybrid Modus, um den gesamten Energieverbrauch zu minimieren. Dann fährt sich der GTE, je nach Tempo und Gaspedalbehandlung, wie ein normaler Benziner oder rein elektrisch oder auch wie ein Vollhybrid.  Über das Infotainment-Display kann ich mir den aktuellen Ladezustand der Batterie ansehen. Die Batterie kann ich entweder leer fahren oder mir als Restladung für eine Fahrt in der Stadt aufsparen oder während der Fahrt ganz aufladen. Dazu benötige ich eine Strecke von mindestens 100 km. Eine Aufladung im geringen Umfang ist auch über das Bremsen und die dabei frei werdende Energie möglich (Rekuperation). Vor allem im bergigen Gelände funktioniert dies besonders gut. Dann bremst nicht mehr das Bremspedal, sondern ähnlich wie bei der Motorbremse, das System. Als Fahrer merkt man dies nicht nur, sondern es wird auch im Infotainment-Display bestätigt. Dort erscheint plötzlich B2 (Bremse?) anstatt D2 (Drive).

 

Ein Auto-Test in Zeiten der Corona-Krise durchzuführen, ist nicht so ganz einfach, hat aber auch seine Vorteile. Die deutschen Autobahnen habe ich noch nie so aufgeräumt gesehen: Kaum Staus, fast keine Unfälle und deutlich weniger Lastwagen. Ideal zum Testen des Boosters. Kurz hinter der Auffahrt drücke ich die obere GTE-Taste und aktiviere den sportlichen Boost-Modus. Der kleine 1.4-TSI-Motor mit 156 PS mit dem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe bekommt durch die Zuschaltung des 115-PS-Elektromotors plötzlich richtig Dampf, zum GTI wird er allerdings nicht. Die Systemleistung von 218 PS beschleunigt den GTE in 7,6 s auf 100 km/h. Dass es mit den 7,6 Sekunden nicht so ganz geklappt hat, lag wohl eher an mir. Jedoch, die Beschleunigung, gerade auf den ersten Metern, hat mich sehr beeindruckt. Diese recht guten Fahrleistungen haben wohl VW veranlasst, ihrem Plug-in-Hybrid die sportliche Modellbezeichnung GTE (Gran Turismo Elektrik) und eine sportliche Ausstattung zu verpassen. Ein Soundgenerator soll das sportliche Fahrgefühl verstärken.

 

Vom Travel-Assistenten des Passats bin ich geradezu begeistert. Er vermittelte mir einen ersten Eindruck, was teilautonomes Fahren auf dem Level 2 bedeuten kann (Der Fahrer übergibt die Führung an das System. Er überwacht lediglich das Fahrzeug und den Verkehr während der Fahrt fortlaufend, ist aber jederzeit in der Lage, sofort die Steuerung des Fahrzeugs zu übernehmen). Level 2 wäre übrigens ein guter Name für ein entsprechendes Ausstattungspaket. Darüber hinaus ist der Travel-Assistent auch ein wichtiges Sicherheitspaket, zusammengestellt aus verschiedenen Systemen zur Vermeidung von Unfällen. Drückt man die Travel-Taste am Multifunktionslenkrad, fährt der GTE auf der Straße automatisch mittig und hält die Spur selbständig, sogar in Kurven (Active Lane Assist). Dadurch ist es für mich unmöglich, einen Frontalunfall mit einem Fahrzeug der Gegenfahrbahn zu verursachen. Ähnlich verhält es sich beim Baustellenassistenten. Dieser erfasst die Fahrbahnmarkierungen und die Abstände zur Fahrzeugumgebung inklusive der benachbarten Fahrzeuge. Der Baustellenassistent nutzt diese Informationen um den optimalen Fahrkorridor zu berechnen und sogar bei aufkommenden Hindernissen zu korrigieren. Ähnlich wie beim Spurhalteassistenten erfolgt auch hier der Lenkeingriff. Dazu passt der serienmäßige Abstandshalter „Active Cruise Control“ (ACC), der den GTE zur Vermeidung eines Auffahrunfalls bis zum Stillstand abbremst. Der Stauassistent macht das Fahren im Stau bzw. bei Stopp-and-Go-Fahrten deutlich komfortabler. Durch das Zusammenspiel der Assistenzsysteme fährt der Wagen bis 59 km/h teilautomatisiert. Der GTE lenkt und bremst dabei komplett selbstständig und verhindert einen Auffahrunfall. Geschwindigkeitshinweise und Überholverbote werden durch die Verkehrszeichenerkennung im Kombiinstrument vor dem Fahrer und im Display des Navigationssystems dargestellt. Optional ist es möglich, sie direkt als Set-Geschwindigkeit für die ACC übernehmen zu lassen. Die Limits werden dann automatisch gesetzt und bei einem entsprechenden Verkehrszeichen (z. B. Limit 120 km) direkt kräftig abgebremst (macht die Blitzer arbeitslos). Im linken und rechten Seitenspiegel warnt ein Licht vor überholenden Autos im toten Winkel (Blind Spot).

 

Zu guter Letzt übernimmt der Emergency Assist das Fahrzeug, sobald das System erkennt, dass der Fahrer auf Warnungen nicht reagiert und fährt den GTE nach rechts auf den Seitenstreifen. Rund 25 Prozent aller Unfälle mit Personenschäden sind Kollisionen, die nach dem eigentlichen Erstunfall passieren. Solche Folgekollisionen können durch die Multikollisionsbremse womöglich vermieden oder deren Schwere zumindest verringert werden. Nach einer Kollision und im Rahmen der Grenzen des Systems leitet die Multikollisionsbremse automatisch eine Bremsung ein, noch bevor der Fahrer reagieren kann. Der proaktive Insassenschutz erkennt Unfallgefahren und bereitet die Insassen (Gurtstraffer) und den Verkehr hinter meinem Fahrzeug (Warnblinker) auf einen Unfall vor. Bei den Fahrassistenzsystemen geht es mir so wie beim Abschluss einer Versicherung. Ich wünsche mir, dass ich sie niemals brauche, bin aber froh, wenn ich sie im Notfall habe.

 

Hinsichtlich des Fahrkomforts war der VW Passat schon immer vorbildlich. Die neu abgestimmten Dämpfer (DCC) lassen nicht nur die bekannten Einstellungen „Comfort“, „Normal“ und „Sport“ zu, sondern können jetzt auch stufenlos eingestellt und dem persönlichen Fahrstil des Fahrers angepasst werden. Auch wenn der Comfort-Modus sich deutlich vom Sport-Modus unterscheidet, bei dem allgemein schlechten Straßenzustand in unserem Lande hätte ich viel lieber eine komfortable Luftfederung.

 

Der neue Passat besitzt zwar bereits serienmäßig LED-Scheinwerfer, aber die optionalen LED-Matrix-Scheinwerfer des IQ.LIGHT-Pakets, bekannt aus dem VW Touareg, sind der Hammer an Komfort. Die Scheinwerfer passen sich den jeweiligen Verhältnissen an, egal ob am Tag in der Stadt, abends auf der Landstraße oder bei schlechtem Wetter auf der Autobahn. Nachts fahre ich außerhalb der Stadt grundsätzlich mit Fernlicht. Bei entgegenkommenden Verkehr wird automatisch abgeblendet, Verkehrszeichen am Straßenrand angeleuchtet und Kurven besser ausgeleuchtet.

 

Fazit

Der größte Profiteur des Konzepts Plug-in-Hybrid ist der Berufspendler, der täglich bis zu 40 km zur Arbeit fährt und auf dem Parkplatz seines Arbeitgebers seinen GTE kostenlos aufladen kann. Sollte der Berufspendler in einer Mietwohnung leben, dann wird es allerdings mit dem Aufladen über Nacht problematisch.

 

Was mich vom ersten Moment von diesem recht große Familien- und Reiseauto begeisterte, war das stille Dahingleiten im E-Modus. Man muss sich aber auch darüber im Klaren sein, der Passat GTE ist kein richtiges E-Auto, er ist lediglich ein Benziner mit einem zusätzlichen E-Motor. Trotz der deutlichen Reichweitenerhöhung des neuen GTE ist beim realen Fahrbetrieb bei ca. 50 km zumeist Schluss. Die reichen eigentlich nur für den städtischen Bereich. Ein Trost: Autos werden im statistischen Schnitt zu 80 % im städtischen Bereich gefahren.

 

Der VW Passat GTE ist ein High-Tech-Fahrzeug, das aufgrund der hohen Anzahl von Assistenzsystemen eine optimale Sicherheit und maximalen Komfort bietet. Außerdem ermöglicht die Zweigleisigkeit im Motorenbereich sehr viele Variationen. Wenn man alle Features und Modi nutzen will, muss man sich intensiv mit der Technik und der umfangreichen Betriebsanleitung oder bequemer mit Videos im Internet auseinandersetzen. Ich habe mich jedenfalls durchgebissen und den außergewöhnlichen Komfort des GTE und dessen beruhigende Sicherheit genossen.

 

Fraglich ist allerdings, ob zukünftig das Konzept PHEV noch attraktiv bleibt, denn inzwischen haben die E-Autos erhebliche Fortschritte bei der Reichweite und der Geschwindigkeit der Aufladung gemacht. Falls auch noch die Preise für die großen Batterien fallen und dadurch die E-Autos preislich günstig werden, dann wird es der Plug-in-Hybrid sehr schwer haben.

 

Attraktiv könnte das PHEV allerdings aus einem ganz anderen Grund werden. Wenn davon ausgegangen werden kann, dass viele Fans des Verbrennungsmotors sich nicht für das E-Auto begeistern lassen, dann könnte das PHEV von dieser Zielgruppe eher als eine Art leistungsstärkerer Mildhybrid und evtl. Dieselersatz betrachtet werden, das trotz eines relativ kleinen und sparsamen Benzinmotors durch die Zuschaltung eines oder gar zweier E-Motoren auf Vorder- und Hinterachse (Booster) sportliches Fahren bei moderatem Verbrauch auch im oberen Bereich ermöglicht. Der reine Elektrobetrieb spielt für diese Zielgruppe dagegen keine Rolle und das „lästige“ Aufladen über das Kabel könnte ganz ausfallen. Dies hätte dann allerdings mit der ursprünglichen Idee des emissionsfreien Fahrens nichts mehr zu tun, eher mit dem Zusatz GTE. Die Niederlande haben bereits die Konsequenzen gezogen und für diese Zielgruppe die steuerliche Förderung des PHEV eingestellt.

 

 

 

 

 

 




 

 

 

 

 

 


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