NEUZULASSUNGEN nach KBA

"Automobilmarkt Deutschland" beschränkt sich in Anlehnung an die Statistik des KBA-Kraftfahrt-Bundesamtes auf die Marken mit einem nennenswerten Marktanteil und kommt für das Jahr 2017 auf die Zahl von 34 Anbietern. 


Der Gigant auf dem deutschen Automobilmarkt, die Marke VW, wackelt inzwischen nicht mehr. Der Marktanteil von VW ging ausgehend vom Jahr 2016 mit 19,6% langsam, aber stetig zurück. Angesichts der Schwere des Dieselskandals waren die Marktverluste erstaunlich leicht. VW schaffte im Jahr 2017 einen Marktanteil von immerhin 18,4%. Der Start ins Jahr 2018 war mit einem deutlichen Zwachs und einem Marktanteil von 19,7% im 1. Halbjahr sehr vielversprechend. Allerdings haben die drei Kernmarken des VW-Konzerns (VW, Audi und Porsche) in den Monaten September, Oktober, November und Dezember im Zuge der Schwierigkeiten beim Wechsel von NEFZ zu WLTP auf viele Auslieferungen verzichten müssen und dadurch wieder an Boden verloren.


Der Beginn des Jahres 2019 war recht turbulent. Immer noch beeinträchtigten die Schwierigkeiten der Umstellung auf EURO 6d-TEMP die Verkaufszahlen. Der Stau aufgrund der mangelnden Lieferbereitschaft wurd aber bereits teilweise abgebaut, was die Zulassungszahlen leicht verfälscht.


Der Anteil der Diesel-Neuzulassungen ist im neuen Jahr ganz leicht angestiegen. Durch den Einbau des SCR-Filters und durch  den Einsatz von AdBlue konnte der Abwärtstrend zumindest gestoppt werden. Die doch deutlichen Rückgänge der Neuzulassungen beim Benziner erklären sich mit dem Anwachsen des Hybrids, der in der Regel an den Benziner gekoppelt ist. Vor allem der Mildhybrid mit der 48V-Batterie wird immer beliebter.



Fahrzeugneuzulassungen im September 2019 nach  KBA-Kraftfahrt-Bundesamt

Flensburg, 2. Oktober 2019. 244.622 Personenkraftwagen (Pkw) wurden im September neu zugelassen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigte sich somit ein Plus von +22,2 Prozent. Die bisherige Jahresbilanz weist einen Zuwachs von +2,5 Prozent aus. Die gewerblichen Zulassungen (67,0 %) stiegen gegenüber dem Vergleichsmonat um +23,9 Prozent, die der Privaten (33,0 %) um +19,0 Prozent.

 

Einen dreistelligen Zuwachs konnten die deutschen Marken Porsche mit +431,1 Prozent und Audi mit +148,3 Prozent in der Neuzulassungsstatistik verzeichnen. Für VW (+96,0 %), Ford (+25,6 %), Smart (+24,3 %), Mercedes (+20,0 %) und Mini (+14,9 %) wies die Statistik jeweils eine zweistellige Steigerung aus. Rückgänge zeigten sich bei BMW mit -18,9 Prozent am deutlichsten, gefolgt von Opel mit -9,1 Prozent. Den größten Anteil an den Neuzulassungen beanspruchte die Marke VW (16,2 %).

 

Bei den Import-Marken wiesen Honda (+118,0 %), Seat (+78,5 %) und Ssangyong (+77,0 %) Zulassungssteigerungen von mehr als +70 Prozent aus. Rückgänge von mehr als -30 Prozent zeigten sich hingegen bei Jaguar (-46,9 %), Subaru (-37,3 %) und DS (-36,7 %). Mit einem Neuzulassungsanteil von 5,7 Prozent (+27,5 %) war Skoda erneut die anteilsstärkste Importmarke in der Monatsbilanz.

 

Mit 21,6 Prozent waren die meisten Neuwagen der Kompaktklasse zuzuordnen (+38,1 %). Die SUVs erreichten nach einer Steigerung um +20,9 Prozent einen Anteil von 21,0 Prozent und waren damit das zweitstärkste Segment vor den Kleinwagen (14,1 %/+0,2 %). Die Sportwagen (1,2 %/+95,4 %) konnten im September die meisten Zugewinne verzeichnen, gefolgt von den Geländewagen (10,3 %/+74,3 %), den Utilities (4,1 %/+52,4 %), den Mini-Vans (2,7 %/+51,8 %), den Großraum-Vans (2,7 %/+20,9 %) und der Mittelklasse (10,2 %/+20,0 %). Die Segmente Minis (6,7 %/-9,4 %), Oberklasse (0,6 %/-6,7 %), Wohnmobile (0,9 %/-6,3 %) und Obere Mittelklasse (3,5 %/-3,4 %) hingegen lagen hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats.

 

59,9 Prozent der Neuwagen waren mit einem Benzinmotor ausgestattet (146.463/+13,8 %), 29,6 Prozent waren Dieselfahrzeuge (72.519/+23,5 %). Pkw mit alternativen Antriebsarten zeigten zwei- bis dreistellige Zuwachsraten. Elektrisch betriebene Pkw (5.880/-2,4 %) wiesen ein Plus von +149,5 Prozent auf. Fahrzeuge mit Hybridantrieb (18.945/7,7 %) legten um +88,5 Prozent zu, darunter +19,0 Prozent. Plug-in-Hybride (3.572/1,5 %) um +51,2 Prozent. Erdgasfahrzeuge (514/0,2 %) wiesen gar ein Plus von +213,4 Prozent auf und Flüssiggasfahrzeuge (293/0,1 %) ein Plus von +99,3 Prozent.


Quelle: KBA-Kraftfahrt-Bundesamt

 


Marken-Neuzulassungen 2019

Marke

Neuzu-

lassungen

Sep 2019

Markt-

anteil

in %

Neuzu-

lassungen

Jan - Sep

2019

Markt-

anteil

in %

Alfa Romeo

262

0,1

2.982

0,1

Audi

11.412

4,7

214.039

7,8

BMW

19.881

8,1

202.506

7,4

Citroen

3.679

1,1

47.704

1,7

Dacia

7.130

1,1

63.649

2,3

DS

176

0,1

2.123

0,1

Fiat

7.546

2,9

71.812

2,6

Ford

18.853

7,7

211.324

7,7

Honda

1.295

0,5

11.672

0,4

Hyundai

11.676

4,8

98.065

3,6

Jaguar

501

0,2

6.840

0,2

Jeep

1.610

0,7

12.664

0,5

Kia

5.552

2,3

53.081

1,9

Land Rover

1.053

0,4

  13.516

0,5

Lexus

332

0,1

2.719

0,1

Mazda

6.350

2,6

51.710

1,9

Mercedes

26.853

11,0

248.093

9,1

Mini

4.565

1,9

36.313

1,3

Mitsubishi

4.386

1,8

40.399

1,5

Nissan

3.154

1,3

28.908

1,1

Opel

18.488

7,6

172.227

6,4

Peugeot

3.855

1,6

54.628

2,0

Porsche

2.512

1,0

23.085

0,8

Renault

7.648

3,1

  99.347

3,6

Seat

6.848

2,8

109.160

4,0

Skoda

14.004

5,7

161.385

5,9

Smart

2.826

1,2

34.9060

1,3

Ssangyong

200

0,1

1.936

0,1

Subaru

389

0,2

4.444

0,2

Suzuki

2.904

1,2

28.416

1,0

Tesla

1.678

0,7

  9.008

0,3

Toyota

6.856

2,8

65.274

2,4

Volvo

3.998

1,6

38.355

1,4

VW

39.750

16,2

498.481

18,2

Sonstige

1.202

0,5

16.376

0,6

Insgesamt

244.622

100,0

2.740.158

100,0

Quelle: KBA-Kraftfahrt-Bundesamt



Der Verkauf von Opel durch General Motors an die PSA-Group hat die Notwendigkeit, sich auf dem Automobilmarkt nach geeigneten Partnern umzusehen, wieder in Erinnerung gerufen. Bei den aktuellen Tendenzen und den zukünftigen deutlichen Umbrüchen in der Branche aufgrund der neuen alternativen Antriebe wird für den einzelnen Hersteller die Partnersuche immer wichtiger. Aber worin soll der Vorteil des Kaufs einer kränkelnden Marke durch einen auch eher kränkelnden Konzern bestehen?  Größe allein macht doch noch keinen Erfolg. PSA erhofft sich durch den Kauf von Opel positive Synergien, einen zumindest in Europa stärkeren Auftritt, aber auch mit dem Argument "german engeneering" bessere Chancen auf den außereuropäischen Märkten. Von Vorteil ist die Möglichkeit einer engen Zusammenarbeit vor allem bei der Produktentwicklung, der Produktion und im Einkauf. Zumeist kommt zusätzlich ein konzerninterner Baukasten zum Einsatz. Die angestrebte Kostenersparnis wird aber bei den vorhandenen Überkapazitäten nicht ohne Personal- und eventuell sogar Standorteinsparungen kaum auskommen. Die zurückgehenden Verkaufszahlen von Opel in 2018 unterstützen diese Vermutung.


PSA hat für ihren Neuerwerb sicherlich einen günstigen Zeitpunkt gewählt, denn die Herausforderungen an die sich immer rascher und revolutionär wandelnde Automobilindustrie werden ohne starke Partner nicht zu meistern sein. Bei der Suche nach Partnern ist es ratsam, sich nicht nur innerhalb der eigenen Branche umzusehen. Die digitale und elektrische Zukunft der Automobilindustrie verlangt geradezu eine Kooperation mit den neuen Playern.  Die wenigen zurzeit noch ohne Verbund agierenden Marken, wie z. B. Honda, Mazda und Suzuki, werden als "Einzelkämpfer" sehr wahrscheinlich schweren Zeiten entgegen gehen.



Konzern- Neuzulassungen 2019

Konzerne

Neuzulassungen  

September

2019

Marktanteil
in %

Neuzulassungen  

Jan - Sep

2019

Marktanteil
in %

Volkswagen-konzern

74.526

30,4

1.006.150

36,7

VW

39.750

16,2

498.481

18,2

Audi

11.412

4,7

214.039

7,8

Skoda

14.004

5,7

161.385

5,9

Seat

6.848

2,8

109.160

4,0

Porsche

2.512

1,0

23.085

0,8


Daimler-Konzern   

29.679

12,2

282.999

10,4

Mercedes

26.853

11,0

248.093

9,1

Smart

2.826

1,2

34.906

1,3


Groupe

PSA

26.198

10,4

276.682

10,2

Opel

18.488

7,6

172.227

6,4

Peugeot

3.855

1,6

54.628

2,0

Citroen

3.679

1,1

47.704

1,7

DS

176

0,1

2.123

0,1



BMW

Group

24.446

10,0

238.819

8,7

BMW

19.881

8,1

202.506

7,4

Mini

4.565

1,9

36.313

1,3


Hyundai Kia Group

17.228

7,1

151.146

5,5

Hyundai

11.676

4,8

98.065

3,6

Kia

5.552

2,3

53.081

1,9


FCA

Fiat Chrysler

9.418

3,7

87.458

3,2

Fiat

7.546

2,9

71.812

2,6

Jeep

1.610

0,7

12.664

0,5

Alfa Romeo

262

0,1

2.982

0,1


Toyota

Motor Corp.

7.188

2,9

67.993

2,5

Toyota

6.856

2,8

65.274

2,4

Lexus

332

0,1

2.719

0,1


Jaguar

Land Rover

1.554

0,6

20.356

0,7

Land Rover

1.053

0,4

  13.516

0,5

Jaguar

501

0,2

6.840

0,2

Quelle KBA-Kraftfahrt-Bundesamt


Die Neuzulassungsstatistik des  Monats September 2019 weist beim VW-Konzern zwar einen deutlichen Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat aus, absolut gesehen erlebt der Konzern allerdings einen Absturz, inbesondere die Marken Audi, VW und Seat.  Der Erfolg gegenüber dem Vorjahresmonat erklärt sich mit den damaligen Umstellungsschwierigkeiten auf WLTP. Gewinner des Monats September sind die Marken Mercedes, BMW, Mini, Hyundai und Kia.


Insbesondere der Marktführer der Mittelklasse und Favorit der Dienstwagen VW Passat hat Federn lassen müssen. Dessen Abstieg ist aber nicht verwunderlich, denn der Passat ist der große Verlierer der Dieselaffäre. Er wurde in erster Linie wegen seines ausgezeichneten Dieselmotors gekauft. Außerdem ist den Kunden bekannt, dass es im Herbst des Jahres 2019 beim Passat einen Facelift geben wird. Ähnlich verhält es sich auch beim Marktführer VW Golf. Auch er leidet unter der Dieselkrise und seit dem bekannt wurde, dass zum Frühjahr 2020 die neue Generation VW Golf VIII auf den Markt kommt, gehen auch für den Golf die Verkaufszahlen zurück. Unabhängig davon wird sich VW grundsätzlich daran gewöhnen müssen, nicht mehr wie in der Vergangenheit mit einem einzigen Fahrzeug fast alle Zielgruppen abdecken zu können. Außerdem geht der Trend weg von der Limousine hin zum SUV. Der VW Tiguan und der in den Abmessungen kleinere, aber deutlich schnittigere SUV-Bruder - oder sollte man besser sagen Crossover - T-Roc beherrschen das SUV-Segment. MIt der Markteinführung des VW T-Cross scheint sich diese Entwicklung auch für den VW Polo fortsetzen. Die Verkaufszahlen des VW T-Cross rücken immer dichter an die des VW Polo heran. Die reine Modellbetrachtung ist aber eher etwas für die Statistiker. Die Hersteller denken eher in Richtung Modellfamilie. Entscheidend für sie ist nur das Gesamtergebnis. Und dieses sieht für den VW-Konzern gar nicht so schlecht aus. Unter den Top 10 sind über die Hälfte Marken des VW-Konzerns.



TOP 10 der Modell-Neuzulassungen  2019

Nr.

Modellreihe

Jan-Sep

2019

%

Sep

2019

Aug

2019

Jul

2019

Jun

2019

Mai

2019

Apr

2019

1

VW

Golf

149.701

5,5

15.464

11.507

16.364

 18.692

18.265

18.514

2

VW

Tiguan

65.358

2,4

5.178

7.279

 9.518

8.012

7.349

7.313

3

Mercedes

C-Klasse

49.131

1,8

5.021

5.558

 6.420

4.745

5.792

5.662

4

VW

Polo

46.938

1,7

2.914

5.825

 

4.960

5.026

4.916

5.032

5

VW

T-Roc

46.847

1,7

5.021

6.950

 

5.681

5.646

5.625

4.531

6

Ford
Focus

46.577

1,7

5.126

4.201

5.373

5.159

5.362

5.208

7

Skoda

Octavia

43.801

1,6

3.604

4.248

5.004

4.972

6.007

5.202

8

VW

Passat

42.927

1,6

2.786

3.298

6.412

6.107

6.105

5.522

9

Audi

A4

41.494

1,5

2.075

5.384

5.341

5.296

5.493

4.756

10

Opel
Corsa

40.558

1,5

5.023

5.311

5.631

4.461

4.395

3.787

Quelle: KBA-Kraftfahrt-Bundesamt












 

 

 


 


 

 


 


 

 


 


 

 


 












 

 




Gerald Balser

Gerald Balser

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