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ID.3 anstatt Golf! Wie kann man nur?
Gerald Balser, 01.12.2023
Bildquelle: VW AG

VW hatte bei der Namensgebung ihrer Modelle in der Vergangenheit ein glückliches Händchen. Die emotionalen Namen Passat, Scirocco, Golf und Polo unterstützten damals (1973) die Einführung der neuen VW-Modelle mit wassergekühlten Frontmotoren in hervorragender Weise. Modelle und Namen waren ein Volltreffer. Dies war auch unbedingt notwendig, denn VW und seine Handelsorganisation standen mit Käfer & Co. vor dem Abgrund. VW hatte mit dem Wechsel der Technik viel zu lange gezögert. Nach so vielen Jahren, gehören diese Modelle immer noch zu den wichtigsten der Marke VW.

Was heute unglaublich klingt, die Modell-Namen wurden im Hause VW selbst kre-iert. Die Abteilung „Zentrale Marketingplanung“ bekam die ehrenvolle Aufgabe, die sehr komplizierte, viele Aspekte zu beachtende Aufgabe zusätzlich zu überneh-men. Dabei hatte die Abteilung mit der Umsetzung der Vorgabe „Der frische Wind bei VW“  genug zu tun, vor allem wenn man weiß, dass die Abteilung operativ nur aus  zwei Personen plus Abteilungsleiter bestand.

Seit dem Jahr 1980 erledigen diese schwierige Aufgabe dafür spezialisierte Firmen. Gute, geeignete  Modell-Namen zu finden ist verdammt schwer und die werden immer rarer und teurer. Die Namen danach, warenleider keine Glücksgriffe. Der Santana erinnerte eher an eine Rockband (Carlos Santana) als an eine Stu-fenheck-Limousine (Passat). Der Vento, das Stufenheckmodell des Golf, war zwar nicht mehr so potthässlich wie sein Vorgänger Jetta, der Rucksack-Golf, war aber eher ein laues Lüftchen als ein Wind. Sein Nachfolger Bora, ein Sturm, der in Kroatien kräftig die Berge herunter in Richtung Adria bläst, hat aber eher eine negative Assoziation. Man fröstelt schon allein beim Gedanken an den eiskalten Fallwind. Der kleine Lupo war eher ein Wölfchen. Der Name sollte an den Hauptsitz von VW „Wolfsburg“ erinnern. Tolle Idee! Die Wolsburger fühlten sich offensichtlich geschmeichelt. Gelernt haben die daraus nichts, denn für den Nachfolger wechselten sie von Lupo zu Fox. Ein Schlaufuchs war das Auto leider auch nicht. Für VW etwas überraschend, in den USA blieb das VW Kaninchen (Rabbit), also der VW Golf, ohne Erfolg. Bei der Namensgebung hatte man wohl gehofft, mit Tiernamen an das VW-Erfolgsmodell der Vergangenheit, den in der Öffentlichkeit liebevoll genannte Käfer, anknüpfen zu können. Der Hammer war der Name für eine biedere Limousine der Oberklasse „Phaeton“. Die Designstudie „Concept D“ auf der IAA in Frankfurt wäre mit seinem schrägen Heck in dieser Klasse außergewöhnlich gewesen. VW bekam aber kalte Füße und reihte sich wieder ein ins Gewöhnliche. Wie man nach so einer Pleite eine formschöne Coupé-Limousine, bewusst in Anlehnung an den erfolglosen Phaeton den Namen Arteon geben kann, ist mir unverständlich.


VW ID.3

Dann hatte VW eine tolle Idee. Alle SUV sollten wegen der Familienähnlichkeit mit einem „T“ anfangen. Nach dem Touareg kam der T-Roc und danach der T-Cross. Der Van Touran stört allerdings in der Systematik ein wenig.

Bei VW ist es wieder so weit. Ich erinnere mich an die Situation im Jahr 1973. Der frische Wind der E-Autos muss nach Außen getragen werden. Neue, frische, moderne Modellnamen für die zukünftigen E-Autos von VW müssen her. Blos keine emotionslosen, kalten, technischen Namen! Meine Befürchtungen wurden übertroffen. Das Gegenteil trat ein und Marke „Einfach“ war die Lösung. Keine Namen mehr, nur eine Kombination aus Buchstaben, Sonderzeichen und Ziffern. Das erste Vollelektrische VW-Modell heißt ID.3. VW erklärt, dass die Ziffer 3 gleich zwei Bedeutungen hätte: Zum einen weist sie den ID. als Vertreter des Kompaktsegments aus, denn in der internen wie branchenweiten Klasseneinteilung ist es die dritte Größenordnung. Zum anderen beginnt mit dem ID.3 nach dem Käfer und dem ersten Golf das dritte große Kapitel von strategischer Bedeutung in der Geschichte der Marke Volkswagen. Hinsichtlich der Bedeutung de Abkürzung ID hüllt sich VW in Schweigen. Ich nehme mal an. dass das ID mit Punkt das Erkennungsmerkmal für alle E-Autos von VW sein soll. Spontan würde ich sagen, das ID ist die Abkürzung für „Intelligent Drive“. MIt dem Modellnamen ID.3 weicht VW leider von seiner so erfolgreichen Namenskonzeption ab. Namen müssen für sich selbst sprechen und sollten nicht umständlich erklärt werden müssen. Der Name muss zu dem Produkt Auto und zu dem Modell Kompaktlimousine passen. ID.3 könnte jedes technische Produkt heißen. Der Punkt erinnert an ein Update bei Computer-Programmen.

VW war mutig und wollte  bei der Einführung der neuen Elektro-Technologie Selbstbewusstsein zeigen. Der seit Ende 2019 produzierte VW ID.3 wurde von VW überraschend als der offizieller Nachfolger des VW Golf vorgestellt. Halt! Das würde ja in Konsequenz das Ende des Erfolgsnamens "Golf" bedeuten. Hoch gepokert und verloren. Die mangelnde, markeneigene Elektronik des ID.3 verdarb diesem konzeptionell modernen E-Auto leider nicht nur einen pünktlichen Start. Erschwerend hinzu kam die öffentliche Kritik am etwas billig anmutenden Innenraum und dem eher nichts sagenden Design der Karosse. Cupra mit dem Born zeigte, wie VW es hätte besser machen können. Der erwartete Erfolg des offiziellen elektrischen Golf-Nachfolgers und Hoffnungsträgers trat - für VW enttäuschend - nicht ein. 

VW reagierte auf die Kritik und präsentierte in diesem Jahr der Öffentlichkeit einen deutlich veränderten und verbesserten ID.3 der zweiten Generation. „Der neue ID.3 bestätigt unseren Anspruch an Wertigkeit, Design und Nachhaltigkeit. Das Design wird erwachsener, die Materialien im Innenraum hochwertiger“, sagt Imelda Labbé, Vorstand für Vertrieb, Marketing und After Sales bei Volkswagen. Zahlreiche Vorschläge von Kundinnen und Kunden wurden als Produktverbesserungen und Anreicherung der Serienausstattung aufgenommen und umgesetzt: „Die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden stehen bei uns im Mittelpunkt. Deswegen hören wir genau zu und richten unser Produktportfolio an ihren Anforderungen aus“, fügt Labbé hinzu. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir ............


Aber so richtig glaubt man bei VW nicht mehr an den großen Erfolg des ID.3. An-scheinend hat VW auch seinen Fehler bei der Namensgebung der neuen E-Modelle eingesehen. Es war auch nicht nachzvollziehbar, warum VW einen so erfolgreichen Namen, wie den Golf, ohne Not, freiwillig aufgeben wollte. Golf und ID.3 sollen in naher Zukunft zusammengeführt werden, auch im Namen, und als ID.Golf angeboten werden. Warum nicht gleich?

 

 



 


 


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AUTOMOBILMARKT

DEUTSCHLAND

www.automobilmarktdeutschland.de



Inhaber und Autor 

Dipl. Oec. GERALD BALSER


 

 St. Pete, FL.

Oktober 2016

 

 

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VW-Mitarbeiter 

 

Gerald Balser 

IAA Frankfurt 1973


 Zentrale Marketingplanung

Wolfsburg 1974

 

 


 

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